Medikamente
Neue Hoffnung für Cholesterinsenker

Das Geschäft mit Medikamenten gegen erhöhte Blutfettwerte könnte neuen Schub erhalten. Eine Studie mit einem Wirkstoff von Astra-Zeneca sorgt für Aufsehen unter Kardiologen und deutet auf ein breites Einsatzspektrum für eine milliardenschwere Medikamentengruppe hin.

FRANKFURT. Das Geschäft mit Medikamenten gegen erhöhte Blutfettwerte könnte neuen Schub erhalten. Darauf deutet eine umfangreiche Studie mit dem Cholesterinsenker Crestor von AstraZeneca hin, die für erhebliches Aufsehen unter Kardiologen sorgte.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass unter Umständen auch Patienten mit niedrigen Cholesterinwerten durch eine Behandlung mit Crestor ihr Risiko für Herzkreislauferkrankungen reduzieren können - und zwar dann, wenn sie erhöhte Werte eines anderen biologischen Markers, des so genannten C-reaktiven Proteins (CRP) aufweisen. Betreffende Patienten konnten ihr Risiko mit Crestor in den Tests nahezu halbieren. Die ursprünglich auf fünf Jahre angelegte Studie mit knapp 18 000 Teilnehmern wurde schon nach zwei Jahren vorzeitig beendet, da die Ergebnisse zu diesem Zeitpunkt bereits sehr eindeutig waren.

Viele Experten spekulieren nun darüber, dass die Resultate die Verordnung von sogenannten Statine zusätzlich anheizen werden. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die ähnlich wirken wie Crestor. Gleichzeitig dürfte die indirekt bestätigte Bedeutung des CRP-Markers der Diagnostik-Industrie neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

Vor allem aber erhält der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca Rückenwind für einen seiner wichtigsten Umsatzträger. Die Aktie des Unternehmens legte gestern um mehr als drei Prozent zu.

Cholesterinsenker haben sich in den vergangenen Jahren zur zweitwichtigsten Produktkategorie der Pharmabranche entwickelt und erzielten 2007 nach Daten des Marktforschungsunternehmens IMS Health weltweit einen Umsatz von 33,7 Mrd. Dollar. Die Medikamente werden bisher vor allem an Patienten mit bereits nachgewiesenen Herzkreislauf-Erkrankungen verordnet. Zudem wurden sie bei Menschen eingesetzt, die aufgrund überhöhter Cholesterinwerte mit einem erhöhten Risiko für solche Krankheiten behaftet sind.

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