Medikamente
Neue Hoffnung in der Pharma-Branche

Die Zahl der neu genehmigten Arzneien legt langsam wieder zu. Große Schwierigkeiten macht aber weiterhin der komplizierte Zulassungsprozess für neue Produkte. Für die Pharmahersteller sind erfolgreiche Neuentwicklungen und Zulassungen aber extrem wichtig, um Umsätze zu halten oder zu steigern.
  • 0

FRANKFURT. Der Zulassungsprozess für neue Medikamente hat sich für die Pharmabranche in den letzten Jahren als unberechenbare Hürde entpuppt. Welche Risiken darin stecken, erlebte zuletzt der deutsche Pharmahersteller Merck Serono, dessen Zulassungsantrag für ein neues Multiple-Sklerose-Mittel von der US-Arzneimittelbehörde FDA überraschend komplett zurückgewiesen wurde.

Ungeachtet der diversen Fehlschläge und Verzögerungen deutet sich für die Branche an der Zulassungsfront eine Wende zum Positiven an. 2009 ist sowohl in den USA als auch in Europa die Zahl der erstmals genehmigten neuen Wirkstoffe, im zweiten Jahr in Folge, gestiegen. So wurden bislang von der FDA bereits 26 neue Substanzen zugelassen, zwei mehr als im Vorjahr und immerhin ein Plus von mehr als einem Drittel gegenüber dem bisherigen Zulassungstiefpunkt im Jahr 2007.

"Dieser Trend dürfte vorerst anhalten", schätzen die Pharmaexperten Britta Holt und Michael Zbinovec von der Ratingagentur Fitch. Als Gründe wähnen sie ein erhöhtes FDA-Budget, eine steigende Zahl an Gutachtern bei der US-Behörde und eine höhere Zahl an Sitzungen der Beraterikomitees.

In Deutschland hat sich die Zahl der Neuzulassungen nach Angaben des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) in diesem Jahr auf 34 erhöht, gegenüber 31 im vergangenen Jahr. Im nächsten Jahr könnten im günstigsten Fall bis zu 49 neue Wirkstoffe auf den Markt kommen. Im Erfolgsfall könnten dabei auch die deutschen Pharmahersteller Bayer, Boehringer und Merck mit neuen Produkten am Start sein.

Für die Pharmahersteller sind erfolgreiche Neuentwicklungen und Zulassungen extrem wichtig, um Umsätze zu halten oder zu steigern. Die niedrigen Zulassungszahlen der letzten Jahre gelten daher auch als wichtiger Grund für die Wachstumsschwäche der Branche.

Seite 1:

Neue Hoffnung in der Pharma-Branche

Seite 2:

Kommentare zu " Medikamente: Neue Hoffnung in der Pharma-Branche"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%