Medikamente
Pharmabranche drängt in das Onkologie-Geschäft

Medikamenten-Hersteller drängen auf den Wachstums-Markt für Krebs-Arzeimittel, Marktforscher erwarten ein jährliches Umsatzwachstum von bis zu 15 Prozent. Nie zuvor wurden mehr Wirkstoffkandidaten für neue Medikamente in den Labors der Hersteller geprüft.

FRANKFURT. Ähnlich wie Merck drängen derzeit fast alle großen Pharmakonzerne in das wachstumsstarke Onkologie-Geschäft. Mit einem Anteil von rund sechs Prozent am gesamten Arzneimittelmarkt avancierten Krebsmedikamente im vergangenen Jahr erstmals zur wichtigsten Einzelkategorie der Pharmabranche. Bis zum Jahr 2012 werden die Umsätze in diesem Bereich um jährlich 12 bis 15 Prozent auf mehr als 75 Mrd. Dollar zulegen, erwartet das Marktforschungsunternehmen IMS Health.

Dazu beitragen dürften weiter steigenden Patientenzahlen, eine wachsende Nachfrage aus Schwellenländern und eine sehr große Zahl an Forschungsprojekten. Nach Daten des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller VFA widmet die Pharmabranche inzwischen rund ein Viertel ihrer Entwicklungs-Aktivitäten dem Thema Krebs. Der US-Branchenverband PhRMA zählt derzeit rund 750 Wirkstoffkandidaten in klinischen Prüfungen, fast doppelt so viele wie noch vor vier Jahren.

Zwar scheitern nach wie vor sehr viele Substanzen in den klinischen Tests. Dennoch könnten in den nächsten fünf Jahren 25 bis 30 neue Wirkstoffe zugelassen werden, schätzt IMS-Onkologie-Experte Titus Plattel. Zudem laufen zahlreiche Studien, die bereits zugelassene Medikamente in neuen Anwendungsbereichen oder Kombinationen testen.

Das Geschäft mit Krebsmedikamenten spielte für die großen Pharmahersteller lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich erst, nachdem die molekular-biologische Forschung in den 90er Jahren nach und nach ein besseres Verständnis von Krebserkrankungen ermöglichte und neue Ansatzpunkte für Medikamente identifizierte. Vor allem die Schweizer Roche, deren US-Tochter Genentech sowie einer Reihe kleinerer Biotechfirmen trieben die Entwicklung zunächst voran. Später folgten Pharmahersteller wie Novartis und Merck. Nachdem ab Mitte des Jahrzehnts die Markterfolge der neuartigen, zielgerichteten Wirkstoffen sichtbar wurden, stürzte sich die Branche schließlich auf breiter Front in die Krebsforschung.

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