Medikamente
Stada erweitert Geschäft mit Biotech-Nachahmern

Der Pharmakonzern Stada hat sich die Vertriebsrechte des Nachahme-Medikaments Grastofil gesichert. Damit verfolgt das deutsche Unternehmen auf dem Biotech-Markt eine klare Strategie.
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FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Stada baut sein Geschäft mit Nachahmern von Biotech-Arzneien aus. Das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt erwarb von der kanadischen Pharmafirma Apotex Vertriebsrechte an der Arznei Grastofil zur Bekämpfung einer gefährlichen Blutkrankheit, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Das Mittel, ein Nachahmer des Wirkstoffs Filgrastim, dient der Behandlung der Neutropenie, einer Verminderung der weißen Blutkörperchen, die die Immunabwehr der Betroffenen schwächt. Das Mittel ist in Europa für die Behandlung von Erwachsenen zugelassen. Finanzielle Details der Vereinbarung nannte Stada nicht. Das Unternehmen wird den Vertrieb, der Anfang 2014 starten soll, in fast allen Ländern der Europäischen Union übernehmen.

Das Mittel ist ein sogenanntes „Biosimilar“, ein Nachahmer eines biotechnologisch hergestellten großen Eiweißmoleküls. Im Unterschied zu klassischen, chemisch hergestellten Wirkstoffen lassen sich Biotech-Arzneien nicht einfach identisch kopieren. Die Herstellung und Zulassung solcher „Biosimilars“ sind deshalb deutlich schwieriger. Inzwischen gibt es in der EU aber klare Zulassungs-Richtlinien und es sind bereits einige solcher Nachahmerpräparate auf dem Markt. Darunter sind Kopien des bekannten Mittels EPO gegen Blutarmut, die auch Stada vertreibt, sowie verschiedene Wachstumshormone. Die Hessen taxieren den europäischen Markt für Filgrastim-Produkte - Generika und Originale - aktuell auf rund eine Milliarde Euro.

Der MDax-Konzern geht im Biosimilar-Geschäft den Weg über Kooperationen und Einlizenzierungen. Stada will auf diese Weise das Risiko hoher Entwicklungskosten von leicht über 100 Millionen Dollar für ein Präparat umgehen. Der Konzern arbeitet unter anderem mit der ungarischen Pharmafirma Gedeon Richter auf dem Gebiet der Biotech-Nachahmer monoklonaler Antikörper zusammen. Ende Juni wurden in Europa erstmals zwei Nachahmer solcher Substanzen in der EU zur Zulassung empfohlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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