Medikamenten-Tests
Roche setzt auf das Diagnostikgeschäft

Durch die Analyse der Genstrukturen der Patienten optimieren die Pharmahersteller ihre Produkte. Gerade Roche wittert in diesem Markt ein starkes Wachstum und investiert kräftig in das Diagnostikgeschäft.

FrankfurtLange Zeit standen sie ganz im Schatten des weitaus größeren Pharmamarkts. Doch nach und nach wandelt sich das Bild. Das Geschäft mit Tests zur Krankheitsdiagnose bietet aus Sicht vieler Fachleute inzwischen ähnlich gute, zum Teil bessere Wachstumsperspektiven als der Arzneimittelsektor.

Wichtigster Hoffnungsträger ist dabei ein Konzept, von dem sich auch die Medikamentenforscher viel versprechen und das unter dem etwas hochtrabenden Schlagwort "personalisierte Medizin" zusammengefasst wird. Dahinter steht die Idee, mit Hilfe neuartiger Gentests jene Patienten genauer zu identifizieren, die auf bestimmte Therapien ansprechen.

Besonders ehrgeizige Ambitionen auf diesem Gebiet verfolgt der Baseler Roche-Konzern. Er hofft, mit dem Ansatz nicht nur seinem Medikamentengeschäft neuen Schub zu verleihen, sondern zugleich auch seine Marktführerschaft im Diagnostiksektor zu verstärken. "Wir wollen unsere starke Marktposition in der Diagnostik weiter ausbauen. Die personalisierte Medizin wird dabei ein wichtiger Treiber für unser Geschäft sein", sagt Daniel O'Day, der das gut rund zehn Milliarden Dollar starke Diagnostikgeschäft des Baseler Konzerns leitet.

Mit rund 20 Prozent Marktanteil ist Roche heute bereits der mit Abstand größte Anbieter auf dem Gebiet vor den etwa halb so großen Konkurrenten Siemens, Johnson & Johnson und Abbott. Im ersten Halbjahr legte Roche im Diagnostikgeschäft währungsbereinigt um rund fünf Prozent zu und damit stärker als die Branche und auch deutlich stärker als die Pharmasparte des Konzerns. Für die kommenden Jahre rechnet Roche mit einem Marktwachstum von etwa fünf Prozent, das man nicht zuletzt mit Hilfe neuer Gentests spürbar übertreffen will.

Dabei spielt dieses Segment bisher noch eine relativ untergeordnete Rolle für das Gesamtgeschäft. "Aber man darf nicht nur auf den spezifischen Umsatz dieser Testverfahren allein schauen", sagt O'Day. "Wichtig ist, dass wir uns mit diesen validierten und hochqualitativen Gentests im Wettbewerb differenzieren und damit indirekt auch unser übriges Diagnostikageschäft stärken."
Ähnliches Geschäftsprinzip wie bei Rasierern und Rasierklingen.

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Roche setzt auf das Diagnostikgeschäft

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Roche will von seiner breiten Aufstellung profitieren

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