Medikamentenhersteller
Heel kann mit Homöopathie punkten

Der weltweit hinter der französischen Boiron-Gruppe zweitgrößte Hersteller homöopathischer Medikamente Heel will durch die Errichtung neuer Reinraum-Anlagen seine Marktstellung ausbauen. Das von 2006 bis 2008 laufende Investitionsprogramm des zur Delton-Gruppe von Stefan Quandt gehörenden Unternehmens beläuft sich auf rund 20 Mill. am zentralen Standort Baden-Baden.

BADEN-BADEN. In Baden-Baden sind bereits 85 Prozent der Produktion konzentriert. Einschließlich Vertrieb beschäftigt das Unternehmen knapp 1 300 Leute. Allein 1,5 Mill. Euro flossen zuletzt in die Erweiterung der Ampullenproduktion, die jetzt eine Kapazität von 100 Millionen Stück aufweist. Die Badener sind inzwischen der weltgrößte Hersteller von homöopathischen Injektionspräparaten, deren Entwicklung und Herstellung den gleichen strengen Auflagen unterliegt wie diejenige anderer Medikamente.

„Das ist für uns als mittelständisches Unternehmen schon ein Problem. Wegen der hohen Genehmigungskosten mussten wir Medikamente aus dem Programm nehmen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich herzustellen waren“, sagt Ralph Schmidt im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Name des 1936 vom Arzt Hans-Heinrich Reckeweg in Berlin gegründeten Unternehmens Heel leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der Worte des lateinischen Satzes „Herba est ex Luce“ ab – sinngemäß übersetzt: „Die Heilpflanze bezieht ihre Kraft aus dem Sonnenlicht“.

Die Homöopathie mit ihren niedrigdosierten Naturheilmitteln ist in der Fachmedizin umstritten, erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit bei den Patienten. Insgesamt ist der Anteil der Homöopathie am gesamten deutschen Pharmamarkt mit einem Prozent aber klein. Weltweit liegt der Anteil sogar nur bei 0,3 Prozent.

Heel hat 900 Präparate im Programm und vergrößerte den Umsatz im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 150 Mill. Euro. Das Ebitda kam 30 Mill. Euro. Damit erreichen die sanften Pharmazeuten mit die Umsatzrendite konventioneller Medikamentehersteller.

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