Medikamtengruppe steht unter Todesverdacht
US-Behörde verweigert Pfizer Zulassung für Vioxx-Verwandten

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Pfizer die Zulassung für sein Medikament Parecoxib-Natrium verweigert. Der weltgrößte Pharmakonzern teilte am Dienstag mit, er wolle das Amt bei einem Treffen noch umstimmen.

HB CHICAGO. Parecoxib ist eine injizierbare Variante des vorerst vom Markt genommenen Pfizer-Arthritis-Medikaments Bextra. Bextra gehört zur Klasse der so genannten Cox-2-Hemmer oder Coxibe. Zu dieser Medikamentengruppe gehört auch das Skandal-Mittel Vioxx des US-Konzerns Merck & Co. Nach dessen Einnahme häuften sich Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen. Es soll Tote gegeben haben und hunderte Geschädigte. Merck nahm das Medikament vom Markt. Zur Zeit laufen etliche Klagen gegen den Hersteller.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA hatte im Juni nach einer Überprüfung von Cox2-Schmerzmitteln eine Fortsetzung des Verkaufsstopps für Bextra von Pfizer empfohlen. Pfizer hatte im April den Verkauf von Bextra in den USA und in Europa wegen Sicherheitsbedenken der Behörden ausgesetzt. Bextra brachte Pfizer 2004 Erlöse von mehr als einer Milliarde Dollar ein und gehört damit zu den so genannten Blockbustern.

Im ersten Vioxx-Prozess war Merck & Co. im August zu einer Geldstrafe von 253,4 Millionen Dollar (209 Millionen Euro) verurteilt worden. Die Jury des Gerichts in Angleton im Bundesstaat Texas gab dem US-Konzern eine Mitschuld am Tod eines 59-jährigen Texaners, der 2001 nach achtmonatiger Einnahme des Medikamentes gestorben war. Merck habe Ärzte und Patienten nicht ausreichend über die Gefahren des Medikaments aufgeklärt, bemängelte das Gericht.

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