Mediobanca
Fiat verhandelt über Ferrari-Anteil

Fiat-Chef Sergio Marchionne verhandelt mit dem Finanzinstitut Mediobanca über den Rückkauf von Anteilen am Sportwagenhersteller Ferrari. Fiat hatte vor knapp vier Jahren auf dem Höhepunkt der Finanzkrise des Konzerns knapp 35 Prozent der Anteile an der Sportwagenschmiede Ferrari an die Mediobanca verkauft.

FRANKFURT. Der Chef des italienischen Fiat-Konzerns, Sergio Marchionne, steht in konkreten Verhandlungen mit dem Finanzinstitut Mediobanca über den Rückkauf von Anteilen am Sportwagenhersteller Ferrari. Das bestätigte ein Sprecher des Automobilherstellers. Marchionne hatte laut italienischen Medien kürzlich angekündigt, er hoffe, bis Ende Juni ein „solides Ergebnis“ präsentieren zu können. Über Details hatte sich Marchionne nicht geäußert, aber die Bedeutung von Ferrari für Fiat betont.

Noch ist nach Aussagen des Sprechers aber nicht klar, ob Fiat das gesamte 29-prozentige Paket, das in den Händen der Mediobanca liegt, erwerben wird. An Ferrari ist neben der Bank die Fiat-Gruppe mit 54 Prozent beteiligt, zehn Prozent gehören Piero Ferrari, dem Sohn des Firmengründers, weitere sechs Prozent hält ein Investmentfonds. Marchionne möchte mit dem Rückkauf ein Zeichen setzen, dass die Schwächephase des italienischen Konzerns überwunden ist, glauben Marktbeobachter.

Fiat hatte vor knapp vier Jahren auf dem Höhepunkt der Finanzkrise des Konzerns knapp 35 Prozent der Anteile an der Sportwagenschmiede Ferrari an die Mediobanca verkauft. Diese wiederum hatte sechs Prozent an den von der Herrscherfamilie Abu Dhabis kontrollierten Investmentfonds Mubadala weiterveräußert. Für die restlichen 29 Prozent hat Fiat bis Ende Juni eine Rückkauf-Option zum ursprünglichen Verkaufspreis plus Zinsen. Nach Unternehmensangaben würde das Gesamtpaket 771 Mill. Euro kosten.

Einen Teil des Preises könnte Fiat mit dem Tausch von Mediobanca-Anteilen begleichen. Nicht zufällig hatte Marchionne zuletzt die zwei Prozent an dem Institut, die der Fiat-Konzern hält, als „nicht strategisch“ bezeichnet. Sie wären nach aktuellen Börsenkursen rund 250 Mill. Euro wert. Denkbar wäre nach Meinung von Analysten auch, dass sich die Transaktion auf ein Aktienpaket beschränkt, das liquiditätsschonend fast gänzlich durch den Aktientausch abgedeckt wäre. Fiat-Präsident Luca di Montezemolo hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass Ferrari mit seiner Forschungs- und Entwicklungskompetenz für die Fiat-Gruppe von großer Bedeutung sei.

Für das wachsende Selbstbewusstsein der Italiener, die auch mit ihrer kränkelnden Autosparte mittlerweile wieder operative Gewinne einfahren, spricht auch, dass sie 2009 mit der Marke Alfa Romeo wieder in den USA antreten wollen. In einem ersten Schritt sollen nach Aussagen des Sprechers nur die Modelle Alfa Brera und Alfa Spider über das Netz der 67 US-Händler der Konzernmarke Maserati vertrieben werden.

Basis für alle diese Maßnahmen ist ein dauerhafter Erfolg der Fiat-Autogruppe. Marchionne hatte erst kürzlich die Prognose für den operativen Gewinn der Gruppe in diesem Jahr auf 200 Mill. Euro verdoppelt. Zurzeit profitiert Fiat vor allem vom guten Absatz des Modells Fiat „Grande Punto“, von dem in diesem Jahr 360 000 Exemplare verkauft werden sollen.

Auch der bei Suzuki gebaute kleine Geländewagen Fiat Sedici scheint ein Erfolg zu werden. Nach Aussagen von Fiat-Markenchef Luca de Meo verhandeln die Italiener zurzeit mit Suzuki, die vereinbarten Lieferzahlen von 20 000 Autos pro Jahr deutlich zu erhöhen, um die hohe Nachfrage befriedigen zu können. „Die Jahresproduktion war in zwei Monaten ausverkauft“, sagte de Meo in Frankfurt. Ab 2007 soll zudem ein neuer Golf-Konkurrent zur Gesundung von Fiat beitragen.

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