Medivation-Bieterkampf

Pfizer zahlt 14 Milliarden Dollar für Krebsspezialisten

Pfizer hat das Bieterrennen um Medivation gewonnen. Der US-Pharmakonzern kauft den Krebsspezialisten für 14 Milliarden Euro. Mindestens fünf Konzerne hatten ihr Interesse an einem Deal angemeldet.
Update: 22.08.2016 - 16:02 Uhr
Der US-Konzern Pfizer hat den Bieterkampf um Medivation gewonnen. Quelle: Reuters
Pfizer-Logo

Der US-Konzern Pfizer hat den Bieterkampf um Medivation gewonnen.

(Foto: Reuters)

New YorkDer US-Pharmariese Pfizer hat den milliardenschweren Bieterwettstreit um den US-Krebsspezialisten Medivation für sich entschieden. Beide Unternehmen einigten sich nach Pfizer-Angaben vom Montag auf eine Übernahme im Wert vom 14 Milliarden Dollar. Damit hat eine Reihe von rivalisierenden Interessenten das Nachsehen. Das gilt insbesondere für den französischen Sanofi -Konzern. Dieser hatte im April eine Offerte über 9,3 Milliarden Dollar für Medivation vorgelegt. Das veranlasste die Firma, sich selbst zum Verkauf zu stellen und Gebote einzuholen. Nach früheren Insiderinformationen hatten zuletzt neben Sanofi auch die Konzerne Merck & Co, Celgene und Gilead Sciences Interesse gezeigt.

Pfizer will den Zukauf im laufenden oder kommenden Quartal abschließen. Der Konzern unterstreicht damit seine geänderte Akquisitionsstrategie nach dem Scheitern der Fusion mit dem Botox-Hersteller Allergan im Wert von 160 Milliarden Dollar. Ging es dabei noch vor allem um eine Reduzierung der Steuerlast, steht nun die Stärkung des Medikamenten-Portfolios ganz oben.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
1 von 20

Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
2 von 20

Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
3 von 20

Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
4 von 20

Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
5 von 20

Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
6 von 20

Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
7 von 20

Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Mit Medivation gewinnt Pfizer vor allem das Blockbuster-Mittel Xtandi gegen Prostatakrebs hinzu. Es soll einen großen Beitrag dazu leisten, dass Medivation in diesem Jahr seinen angepeilten Umsatzsprung von mehr als 50 Prozent erreichen kann. Große Erwartungen knüpfen sich auch an das in Entwicklung befindliche Medikament Talazoparib gegen Brustkrebs.

Das im Bieterkampf unterlegene Sanofi-Management deutete an, dass es keine Medivation-Übernahme um jeden Preis angestrebt habe. Eine Kombination hätte zwar strategische Vorteile geboten, erklärten die Franzosen. Vorrang habe aber, dass bei Zukäufen Disziplin gewahrt werde.

Die Analysten der Investmentfirma RBC Capital Partners halten eine Überbietung der Pfizer-Offerte für sehr unwahrscheinlich. Sollte Medivation den Deal doch noch absagen, muss das Unternehmen Pfizer 510 Millionen Dollar zahlen.

An der Börse schoss die Medivation-Aktie kurz nach Handelsbeginn 20 Prozent in die Höhe auf 80,50 Dollar und lag damit wenig unter dem von Pfizer gebotenen Bar-Kaufpreis von 81,50 Dollar je Papier.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Medivation-Bieterkampf - Pfizer zahlt 14 Milliarden Dollar für Krebsspezialisten

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%