Medizin
Merck-Krebsmittel enttäuscht in Studie

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck muss einen weiteren Rückschlag für sein Krebsmedikament Erbitux einstecken. So zeigte das Mittel in einer vom britischen Medical Research Center betreuten Studie keine Überlebensvorteile für Darmkrebspatienten im Vergleich zur Therapie mit etablierten Medikamenten.

FRANKFURT. Getestet wurde Erbitux dabei in der sogenannten Erstlinien-Therapie, das heißt an Patienten, die zuvor keine andere Medikamentenbehandlung erhalten hatten. Die Ergebnisse sorgten für Unsicherheit bei Investoren und Analysten, obwohl Merck auf dem Kongress der European Medical Society (ESMO) eine neue Auswertung einer eigenen großen Studie präsentierte. Demnach verlängerte Erbitux die Gesamtüberlebenszeit von Patienten um durchschnittlich 3,5 Monate.

Die widersprüchlichen Ergebnisse dürften vor allem die Position von Erbitux gegenüber dem Konkurrenzprodukt Avastin von Roche schwächen. Die Merck-Aktie gab am Mittwoch bis zum Nachmittag um mehr als zwei Prozent nach.

Mit 332 Mio. Euro Umsatz im ersten Halbjahr 2009 und einem Wachstum von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gehört Erbitux zu den wichtigsten Produkten und Hoffnungsträgern der Merck-Pharmasparte. Das Management sieht in dem biotechnisch hergestellten Wirkstoff bislang einen möglichen Blockbuster, der ein Umsatzpotenzial von mehr als einer Mrd. Euro haben soll.

Allerdings erhielten diese Ambitionen schon im Juli einen empfindlichen Dämpfer, als Experten der europäischen Zulassungsbehörde Emea die Genehmigung von Erbitux für die Lungenkrebstherapie ablehnten. Das Nutzen-Risiko-Profil erschien ihnen zu ungünstig. Merck hat eine Überprüfung der Emea-Entscheidung beantragt und sieht nach wie vor Chancen für eine Zulassung bei Lungenkrebs.

Bisher ist der Wirkstoff für die Behandlung von Darmkrebspatienten mit einer bestimmten Variante des EGF-Gens sowie für die Therapie von Hals- und Kopftumoren zugelassen. Zudem testet Merck das Mittel unter anderem gegen Magen- und Brustkrebs.

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