Medizinkonzern
Fresenius hebt die Prognose an

Optimistischer Start für Fresenius-Chef Stephan Sturm: Der Medizinkonzern traut sich nach einem starken zweiten Quartal für das Gesamtjahr 2016 mehr Gewinn zu. Vor allem in den USA laufen die Geschäfte gut.

Bad HomburgDer neue Vorstandschef Stephan Sturm hebt beim Gesundheitskonzern Fresenius als erste Amtshandlung die Prognose an. Das Unternehmen aus dem hessischen Bad Homburg profitierte im zweiten Quartal vor allem von guten Geschäften in den USA und baute seinen bereinigten Gewinn um zwölf Prozent auf 393 Millionen Euro aus. Damit schnitt der Konzern etwas besser ab als von Analysten erwartet. „Wir sind auch in Regionen, in denen sich die Konjunktur abgekühlt hat, weiter gewachsen“, erklärte Sturm am späten Montagabend bei der vorgezogenen Bekanntgabe der Quartalszahlen. „Fresenius hat jetzt zum 50. Mal in Folge das Quartalsergebnis des Vorjahres übertroffen.“

Der langjährige Finanzchef hat Anfang Juli die Nachfolge von Ulf Schneider angetreten, der die Leitung des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé übernimmt. Dass Sturm einen Monat nach seinem Amtsantritt positive Botschaften verkünden kann, hat er vor allem der Sparte Kabi zu verdanken. Der Geschäftsbereich, der auf flüssige Nachahmermedikamente spezialisierte ist, entwickelt sich besser als erwartet.

Außerdem legten der Krankenhausbetreiber Helios und die Dialysetochter FMC kräftig zu. Sturm stellt den Aktionären deshalb einen Anstieg des währungsbereinigten Gewinns vor Sondereinflüssen von elf bis 14 Prozent in Aussicht. Bisher hatte Fresenius acht bis zwölf Prozent Plus vorhergesagt. Der Umsatz, der im zweiten Quartal um zwei Prozent auf 7,1 Milliarden Euro kletterte, soll im Gesamtjahr währungsbereinigt um sechs bis acht Prozent steigen.

Dialysekonzern FMC mit Aufwärtstendenz

Kürzungen im US-Gesundheitssystem hatten der Tochter FMC in den vergangenen drei Jahren schwer zu schaffen gemacht. FMC-Chef Rice Powell reagierte darauf mit einem Sparprogramm und baute zudem das Geschäft rund um die Dialyse aus. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle der Gefäßpflege und des Medikamenten-Einsatzes. In diesem Jahr profitiert der weltgrößte Dialysekonzern zudem von leicht angehobenen Erstattungssätzen für staatlich krankenversicherte Patienten in den USA und geringeren Kosten. Billiger geworden ist die Behandlung von Dialyse-Patienten auch dank des neuen Präparats Mircera von Roche. Es löst das teurere Original-Präparat Epogen von Amgen zur Bekämpfung von Blutarmut ab.

Zudem strömten von April bis Ende Juni mehr Nierenkranke in die Kliniken von FMC. Erstmals in einem Quartal behandelte das Unternehmen weltweit mehr als 300.000 Patienten. Der Gewinn schnellte um 22 Prozent auf 294 Millionen Dollar nach oben, womit der Konzern die Erwartungen der Analysten übertraf. Auch die Befürchtungen mancher Investoren, FMC könnte seine Jahresziele verfehlen, wischte Powell beiseite. Trotz negativer Währungseffekte und anhaltenden Kostendrucks sei der Konzern auf dem besten Weg, seine Ziele zu erreichen. Der Umsatz soll 2016 währungsbereinigt um sieben bis zehn Prozent steigen, der Überschuss um 15 bis 20 Prozent.

Die erfolgsverwöhnte Sparte Kabi hatte zuletzt von Lieferengpässen bei der Konkurrenz in den USA profitiert, die inzwischen aber zurückgingen. Einige Investoren hatten deswegen eine deutliche Eintrübung des Geschäfts befürchtet. Diese fiel jedoch wesentlich moderater aus als erwartet. Auch die Einführung neuer Medikamente stimmt Kabi zuversichtlich, weshalb die von Analysten besonders genau beobachtete Sparte ihre Ziele anhob. Im laufenden Jahr erwartet Kabi nun keine Stagnation mehr sondern einen Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns (Ebit) um drei bis fünf Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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