Medizinprodukte-Hersteller leidet unter Kostendruck
Hartmann will 600 Stellen abbauen

Der schwäbische Medizin- und Pflegeproduktehersteller Paul Hartmann will in den nächsten zwei Jahren rund 600 von derzeit 9500 Arbeitsplätzen abbauen. Grund sei die sich „erheblich verschlechterte Umsatz- und Ertragssituation“ teilte das Unternehmen am Freitag mit.

HB HEIDENHEIM. Die Gesundheitsreform in Deutschland habe einen enormen Kostendruck auf das Unternehmen erzeugt, die Umsätze hätten bis Oktober deutlich unter Vorjahr gelegen, begründete Hartmann den Stellenabbau am Freitag in Heidenheim. „Für das vierte Quartal und darüber hinaus ist keine spürbare Markterholung in Sicht.“ Die Einführung von Festbeträgen für Inkontinenzprodukte werde die Absatzchancen weiter schmälern. Auch die Ertragssituation habe sich erheblich verschlechtert. 2003 hatte Hartmann bei 1,31 Mrd. € Umsatz einen Rekordgewinn von 27,3 Mill. € verbucht.

Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen, teilte Hartmann mit. Allein in Deutschland sollen bis Ende 2006 rund 500 Stellen gestrichen werden, 120 davon in Heidenheim, wo die Verwaltung besonders betroffen sei. Weltweit hat der Konzern 9500 Mitarbeiter. Der neue Vorstandschef Rinaldo Riguzzi hatte Anfang des Jahres eine Konzentration auf das Kerngeschäft mit Medizinprodukten wie Mullbinden und Inkontinenzwindeln für Erwachsene verkündet und die Expansion nach Übersee gestoppt. Sein Vorgänger Ulrich Hemel hatte vorher dagegen mit Zukäufen das Konsumgütergeschäft vorangetrieben.

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