Medizintechnik: Dräger lässt die Dividende schrumpfen

Medizintechnik
Dräger lässt die Dividende schrumpfen

Nach einem Gewinneinbruch kappt der Medizintechnik-Konzern Dräger die Dividende. Mehr soll es erst wieder geben, sobald sich die Zahlen stabilisiert haben. Vor einem Jahr wurden die Aktionäre noch gut beschenkt.

FrankfurtDer Medizintechnik-Konzern Drägerwerk streicht nach einem Gewinneinbruch die Dividende drastisch zusammen. Auf die Stammaktien will das Lübecker Unternehmen nur noch 13 Cent je Aktie zahlen, wie Dräger am Dienstagabend mitteilte. Vor einem Jahr waren noch 1,33 Euro je Aktie ausgeschüttet worden. Auf die Vorzugsaktien soll es 19 Cent statt 1,39 Euro geben. „Auch die Aktionäre leisten damit ihren Beitrag zur Restrukturierung und Überwindung der angespannten wirtschaftlichen Lage“, begründete der Vorstand den Schritt. Mehr werde es erst wieder geben, wenn sich die Ergebnisentwicklung „wieder deutlich verbessert und stabilisiert hat“. Dann wolle Dräger auch über Aktienrückkäufe indirekt Gewinne ausschütten.

Die Dräger-Vorzugsaktien brachen im Späthandel um mehr als zwölf Prozent ein, zum Xetra-Schluss hatten sie nur 2,2 Prozent im Minus gelegen.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach 2015 um rund zwei Drittel auf 67 (2014: 179) Millionen Euro ein. Dabei kostete das laufende Restrukturierungsprogramm allein 35 Millionen Euro, 30 Millionen davon wurden im vierten Quartal fällig. Die operative Umsatzrendite lag mit 2,6 Prozent am unteren Rand der im Herbst gesenkten Prognose (2,5 bis 4,5 Prozent). Der Umsatz stieg, um Währungseffekte bereinigt, um 2,9 Prozent auf 2,61 Milliarden Euro.

Besserung ist derzeit nicht in Sicht: Der Auftragseingang sei im vierten Quartal um 5,2 Prozent gesunken, zum Jahresende stünden 70 Millionen Euro Aufträge weniger in den Büchern als ein Jahr zuvor. „Entsprechend geht Dräger von einer verhaltenen Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2016 aus“,, hieß es in der Mitteilung. Zudem würden in diesem und im nächsten Jahr noch einmal jeweils zehn Millionen Euro an Restrukturierungskosten fällig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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