Medizintechnik
Drägerwerk: Erst Gewinneinbruch - dann Dividende runter

Der Umsatz von Drägerwerk wird im laufenden Geschäftsjahr wohl einen Dämpfer abbekommen. Dennoch ist der Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik durchaus optimistisch.

HB LÜBECK. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter Drägerwerk stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein. Eine punktgenaue Prognose sei angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen Unsicherheitsfaktoren, die sich auch auf die Märkte für Medizin- und Sicherheitstechnik auswirken können, nicht möglich, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zum jetzigen Zeitpunkt geht Drägerwerk davon aus, dass der Umsatz um rund fünf Prozent sinkt. Auftragsrückgänge seien nicht ausgeschlossen, ergänzte ein Unternehmenssprecher. Wappnen will sich der Konzern gegen die Krise mit einem Sparprogramm.

Das Ergebnis soll 2009 positiv ausfallen. Selbst bei einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent dürfte noch ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in den Büchern stehen, hieß es. Auch das Nettoergebnis dürfte im schwarzen Bereich liegen. Die Drägerwerk-Aktie verlor im frühen Handel 6,28 Prozent auf 18,67 Euro. Händlern zufolge belasteten vor allem die Aussagen zum Jahr 2009 den Kurs. Die Zahlen für 2008 seien hingegen wie erwartet ausgefallen. Drägerwerk hatte Mitte Dezember eine Gewinnwarnung ausgegeben.

Im vergangenen Jahr sank der Überschuss um 23,4 Prozent auf 46,6 Mio. Euro. Das EBIT vor Einmaleffekten fiel um 14 Prozent auf 130,5 Mio. Euro. Als Grund führte Drägerwerk den Kostendruck der Kunden, die Dollarstärke sowie höhere Wertberichtigungen auf Forderungen im Ausland an. Zudem hatten Drägerwerk-Produkte nicht wie geplant ihre Marktreife erreicht. Die Aktionäre müssen sich für 2008 mit einer niedrigeren Dividende von 0,29 (Vorjahr: 0,49) Euro je Stamm- und 0,35 (Vorjahr: 0,55) Euro je Vorzugsaktie begnüngen.

Besonders hart traf es im abgelaufenen Jahr die Medizintechnik, bei der das Ergebnis um 15 Prozent einbrach. Das zweite Unternehmensstandbein Sicherheitstechnik hielt das Ergebnis stabil. Ihren Umsatz konnten beide Felder steigern, so dass der Konzernumsatz am Ende um 5,8 Prozent auf 1,92 Mrd. Euro zulegte. Mittelfristig plant das Unternehmen ein mindestens marktkonformes Umsatzwachstum, eine EBIT-Marge von zehn Prozent (2008: 6,8%) sowie eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) von 20 Prozent.

Angesichts der Wirtschaftskrise will Drägerwerk auf die Kostenbremse treten. Denkbar sei etwa ein geringerer Einsatz von Zeitarbeitern, das Zurückstellen oder Streichen von Investitionen, die nichts mit Entwicklungsprojekten zu tun haben, oder das Kappen der Marketingausgaben, sagte der Sprecher. Ein Stellenabbau sei aber nicht geplant.

Drägerwerk prüft derzeit den Rückkauf des Siemens-Anteils der Medizintechniktochter Dräger Medical AG. Die Gespräche mit dem Münchener Konzern will Drägerwerk in den nächsten Wochen vertiefen. Die Übernahme des 25-Prozent-Anteils von Siemens wird voraussichtlich zu einer Gesamt-Finanzbelastung von etwa 300 Mio. Euro führen.

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