Medizintechnik
Gesundes Wachstum

Die Weltbevölkerung wächst, die Menschen in den Industrienationen werden immer älter und geben immer mehr für Ihre Gesundheit aus: Auf dem Weltmarkt der Medizintechnikmarkt stehen die Zeichen langfristig auf Wachstum. Kurzfristig aber zeigen die ersten Quartalszahlen dieses Jahres großer internationaler Medizintechnik-Anbieter ein gemischtes Bild.

FRANKFURT. Während bei Philips und GE der Absatz der Großgeräte für Röntgen oder Computertomographie stagniert, wachsen die Diagnostik-Sparten von Firmen wie Roche oder Abbott kräftig. Und auch Anbietern eher konsumnaher Produkte geht es gut. So profitiert Johnson & Johnson besonders von der starken Nachfrage nach Kontaktlinsen.

Die wenigen Beispiele zeigen bereits, wie heterogen die Branche ist. Neben einigen wenigen großen Anbietern tummeln sich dort vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Die auf die Medizintechnik spezialisierte Beteiligungsgesellschaft BB Medtech schätzt, dass weltweit 16 000 Hersteller mit über 10 000 Produktfamilien den rund 290 Mrd. US-Dollar (182 Mrd. Euro) schweren Markt bedienen. Das Angebotsspektrum reicht vom Herzschrittmacher bis zum Magnetresonanztomografen, von der Spritze bis zum diagnostischen Testverfahren. Entsprechend unterschiedlich ist die wirtschaftliche Lage der einzelnen Teilmärkte.

Das Geschäft mit medizinischen Großgeräten, die Investitionsgüter sind, leidet seit vielen Monaten weltweit darunter, dass zahlreiche Staaten die Ausgaben im Gesundheitswesen senken. Beispiel Amerika: Zuletzt verging kaum ein Quartal, in dem die Hersteller nicht die Auswirkungen des Deficit Reduction Act in den USA beklagten.

Die seit 2006 geltenden Gesetze sehen über einen Zeitraum von fünf Jahren Einsparungen in Höhe von 40 Mrd. Dollar vor, damit die Ausgaben für die staatlichen Gesundheitssysteme langsamer ansteigen. Das Gesetzespaket ist ein herber Schlag für die internationale Medizintechnikbranche, denn die USA sind seit Jahren ihr wichtigster Absatzmarkt und werden es bleiben.

In diesem Jahr dürfte der Abschwung in den USA und der starke Euro das Geschäft der europäischen Anbieter zusätzlich erschweren, erwartet Branchenexperte Hanns Frohnmeyer, Analyst von der Landesbank Baden-Württemberg. Rein rechnerisch betrachtet hat der schwache Dollar schon dafür gesorgt, dass die Medizintechnik-Hersteller aus den USA 2007 um einige Prozentpunkte mehr gewachsen sind als die meisten europäischen Firmen.

Trotz des komplizierten US-Geschäfts erwartet Frohnmeyer, dass die deutsche Medizintechnik bis 2015 um jährlich durchschnittlich sieben Prozent wächst. Dazu werde vor allem der Auslandsumsatz beitragen.

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