Medizintechnik
Hersteller von Medizinprodukten wachsen weiter

In der Medizintechnikbranche sorgt die Krise nicht für Sorgenfalten: Kaum ein Hersteller plant Kurzarbeit oder Stilllegung von Produktionskapazitäten. Nur die Hersteller von medizinischen Großgeräten bekommen die weltweit gesunkene Nachfrage zu spüren.

FRANKFURT. Die Hersteller von medizintechnischen Produkten spüren die weltweite Wirtschaftskrise bislang vergleichsweise wenig. Während in anderen Branchen Kurzarbeit und die Stilllegung von Produktionskapazitäten an der Tagesordnung sind, planen gerade mal zwei Prozent der Unternehmen in der Medizintechnikbranche solche Maßnahmen. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnik (BVMed) unter seinen Mitgliedern hervor, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Branche mit rund 1 300 Unternehmen in Deutschland erwirtschaftete zuletzt 18,6 Mrd. Euro Umsatz, wobei fast zwei Drittel der Produktion in den Export gingen. In diesem Jahr soll die Branche laut Schätzungen des Verbandes zwar langsamer als in den Vorjahren wachsen, aber immerhin noch um drei Prozent zulegen.

Allerdings entwickelt sich die Branche uneinheitlich: Die Hersteller von Großgeräten wie beispielsweise Siemens spüren auf dem weltgrößten Medizintechnikmarkt USA durchaus eine Zurückhaltung bei den meist kreditfinanzierten Käufen von Computertomographen und ähnlichen Geräten.

Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl von Herstellern, die Verbrauchsmaterialien wie Kanülen, Spritzen, orthopädische Hilfsmittel aber auch Gelenkimplantate herstellen. Da sie im wesentlichen über die staatlichen Gesundheitssysteme entlohnt werden, sind sie konjunkturell weniger betroffen. Laut BVMed-Umfrage erwarten aber mehr als die Hälfte der Unternehmen indirekte Auswirkungen der Krise, weil sich die Finanzsituation des Gesundheitsfonds verschlechtern dürfte.

Aktuell gibt ein Viertel der befragten 120 Unternehmen an, keinerlei Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die laufenden Geschäfte zu spüren. Knapp 60 Prozent sprechen von einem höheren Druck auf ihre Preise und Dienstleistungen, eine generell angespanntere Finanzlage haben den Angaben zufolge 43 Prozent der Firmen. Von Umsatzeinbußen in den nächsten Monaten für das eigene Unternehmen gehen 42 Prozent der befragten Firmen aus, einen Abbau von Arbeitsplätzen planen elf Prozent.

BVMed-Geschaftsführer Joachim Schmitt sieht die Krise als Chance, die Industrie als Zukunftsbranche zu positionieren. Von der Politik erwartet er flexiblere Erstattungsregelungen und den Abbau von Innovationhemmnissen, indem etwa klinische Studien entbürokratisiert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%