Medizintechnik-Kooperation
Drägerwerk will Siemens herauskaufen

Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk strebt eine hundertprozentige Eigentümerschaft seiner Medizintechniksparte an. Nach Informationen des Handelsblatts bewerten selbst kritische Aufsichtsräte das Verhandlungsergebnis als gut.
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HB HAMBURG. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk steht einem Pressebericht zufolge vor dem Rückkauf des Siemens-Anteils an seiner Medizintechniksparte. Die im TecDax gelistete Gesellschaft habe weitgehend die Konditionen festgezurrt, zu denen sie Siemens aus der Dräger-Sparte herauskaufen könne, berichtet die Financial Times Deutschland.

Siemens hält 25 Prozent an dem größten Umsatzbringer des Konzerns. Unternehmenschef Stefan Dräger plane nach dem Rückkauf des Siemens-Anteils, die bislang weitgehend autonom agierenden Geschäftsbereiche Medizin und Sicherheit zu verschmelzen, hieß es weiter. Damit sollen Kosten eingespart werden.

Das Lübecker Unternehmen ist offenbar bereit, für den Siemens-Anteil 235 Millionen Euro zu zahlen. Die Sparte hatte 2008 einen Gewinn von 55 Mio. Euro ausgewiesen. Zudem werde über eine Zusatzzahlung an Siemens im mittleren zweistelligen Millionenbetrag diskutiert, falls sich das Geschäft unter alleiniger Dräger-Regie gut entwickelt. Das sei gutes Verhandlungsergebnis, sagen selbst Stefan-Dräger-kritische Aufsichtsräte, erfuhr das Handelsblatt.

Da Dräger bei Investoren und Banken für den Anteilskauf nicht genügend finanzielle Mittel einsammeln konnte, soll der Zeitung zufolge Siemens mit einem Verkäuferkredit (Vendor Loan) einspringen. Als Volumen sei etwa ein Viertel des Kaufpreises im Gespräch, also rund 60 Mio. Euro.

Noch in diesem Monat werde Aufsichtsratschef Nikolaus Schweickart seine Kollegen zusammenrufen, um über den Deal zu entscheiden, hieß es weiter. Allerdings könne die Transaktion an den letzten Details auch noch scheitern, zitiert die Zeitung einen Eingeweihten. Ein Dräger-Sprecher habe lediglich gesagt, man befinde sich mit Siemens in Verhandlungen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich nur äußern, „wenn es etwas Neues gibt.

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