Medizintechnikmarkt
Philips setzt auf Hausversorgung

Philips will mit seiner Medizintechniksparte künftig verstärkt auf dem Gebiet der häuslichen Nachsorge und Betreuung wachsen. Aktuell trägt der Bereich Home Healthcare rund 15 Prozent zum knapp acht Milliarden schweren Gesundheitsbereich bei. Dass der Mischkonzern bei der Medizintechnik mehr zu bieten hat als bildgebende Verfahren, ist für die Märkte eine wichtige Botschaft.

FRANKFURT. "Der Bereich Home Healthcare hat für uns strategische Bedeutung. Wir gehen davon aus, dass er über einen langen Zeitraum zweistellig wachsen wird und damit deutlich schneller als der Medizintechnikmarkt insgesamt", sagte Steve Rusckowski, Chef der Philips Healthcare-Sparte dem Handelsblatt.

Der niederländische Mischkonzern Philips gehört mit rund sieben Mrd. Euro Umsatz im Medizintechnikmarkt neben Siemens und GE zu den großen Anbietern von bildgebenden Verfahren wie Computertomographen und Ultraschallgeräten. Alle drei Unternehmen versuchen mittlerweile, die gesamte Betreuungskette beim Patienten abzudecken - von der Früherkennung und Vorbeugung über die Diagnose bis hin zur Nachsorge und Nachbetreuung. Doch während Siemens und GE in der Vergangenheit vor allem im Bereich Diagnostik zugekauft haben, setzt Philips verstärkt auf das Geschäft mit Home Healthcare.

Bei den Krankheiten konzentriert sich Philips auf die drei Schwerpunktbereiche Herz-Kreislauf, Krebs sowie Gynäkologie und Geburtshilfe. Da Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs nach Ansicht von Philips auch in Zukunft zu den am meisten verbreiteten chronischen Erkrankungen gehören, gewinnt das Geschäft mit häuslichen Behandlungsmöglichkeiten an Bedeutung. "Die Menschen werden älter und leben immer länger mit chronischen Krankheiten. Und sie wollen gern in ihrer häuslichen Umgebung bleiben", so Rusckowski.

In den vergangenen Jahren hat Philips das Geschäftsfeld Home Healthcare sukzessive durch Zukäufe gestärkt. 2006 erwarben die Niederländer die US-Firma Lifeline, einen Notrufdienst, den vor allem ältere Menschen nutzen. Vor einem halben Jahr hat Philips den Kauf der US-Firma Respironics für umgerechnet 3,2 Mrd. Euro abgeschlossen. Mit dieser größten Akquisition in der Unternehmensgeschichte hat sich der Konzern eine führende Position im Markt für Geräte gegen Schlafstörungen gesichert. Bislang ist Respironics stark im US-Markt präsent, das Geschäft soll aber weltweit - und damit auch in Deutschland - ausgebaut werden. Allein der deutsche Home-Healthcare-Markt ist laut Schätzungen von Frost & Sullivan rund 15 Mrd. Euro schwer, bei jährlichen Wachstumsraten von zehn Prozent.

Aktuell trägt der Bereich Home Healthcare rund 15 Prozent zum knapp acht Milliarden schweren Gesundheitsbereich von Philips bei. In einigen Jahren könnten es laut Rusckowski 25 Prozent sein. "Der Patient wird immer mehr zum Konsumenten. Ohne dass es ihm ein Arzt verordnen muss, entscheidet er sich für Produkte, die das Leben mit seiner Krankheit erleichtern. Wir werden künftig also nicht mehr nur die Ärzte und Krankenhäuser ansprechen, sondern parallel auch den Konsumenten", sagt Rusckowski.

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