Mega-Fusion
Exxon übernimmt Gasriesen für 41 Milliarden Dollar

Riese schluckt Riese. Der Ölgigant Exxon Mobil will den Erdgasproduzenten XTO Energy kaufen - für 31 Milliarden Dollar. Zusätzlich übernimmt Exxon Schulden von XTO in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Es wäre die größte Fusion in der Energiebranche seit zehn Jahren. Nach Analysteneinschätzung könnte die Übernahme eine neue Welle von Zusammenschlüssen auf dem Energiemarkt auslösen.
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HB IRVING/TEXAS. Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil baut mit einer milliardenschweren Übernahme sein Gasgeschäft aus. Der amerikanische Ölgigant will den Ergasproduzenten XTO Energy für 31 Mrd. Dollar übernehmen. Die in Irving im US-Staat Texas ansässige größte Ölfirma der Welt will für den innerhalb der USA tätigen Gasproduzenten in Aktien bezahlen. Das Angebot bedeutet eine Aufschlag von 25 Prozent auf den letzten Wert vor dem Angebot. Exxon wird außerdem zehn Mrd. Dollar Schulden von XTO übernehmen. Alles in allem beläuft sich der Wert des Deals also auf 41 Milliarden Dollar. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten bereits zugestimmt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Unternehmen.

XTO Energy verfügt nach den Angaben über Reserven von 1,27 Billionen Kubikmeter Erdgas und ist der größe Erdgas-Anbieter der USA. Für Exxon wäre dies die größte Übernahme seit dem Zusammenschluss mit Mobil aus dem Jahre 1999. Die Übernahme ist eine der größten seit dem Ausbruch der Finanzkrise und soll im zweiten Quartal 2010 abgeschlossen werden. Offenbar, so Marktbeobachter, gehe Exxon von einem weiter steigenden Gasbedarf aus. "Und es gibt nur sehr wenige gute Erdgas-Vorkommen" sagte Stephen Loeb von Leeb Capital Management im Gespräch mit Bloomberg.

Den Kauf will Exxon mit eigenen Aktien bezahlen. Die Texaner bieten 0,7098 eigene Stammaktien für jeden XTO-Anteilsschein. Dies entspreche einem Aufschlag von 25 Prozent auf den Schlusskurs vom 11. Dezember. Damit beläuft sich der reine Kaufpreis auf rund 31 Milliarden Euro. Zusätzlich übernimmt Exxon XTO-Schulden von zehn Milliarden Dollar. XTO-Aktien schossen zum Handelsauftakt in den USA um gut 15 Prozent nach oben, während der Exxon-Kurs um 3,3 Prozent sank.

Exxon-Chef Rex Tillerson bezeichnete XTO als führenden Erdgas-Produzenten der USA mit breiter Basis an Ressourcen hohem technologischen Knowhow und hochqualifizierten Mitarbeitern. Amerikanische Analysten rätseln nun, welches Erdgas-Unternehmen der nächste Übernahmekandidat sein könnte. Im Gespräch: Devon Energies. Der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Curtis Trimble, Analyst bei Natixis Bleichroeder: "Wir werden mit ziemlicher Sicherheit weitere Transaktionen erleben."

Die Übernahme sei eine gute Nachricht für die US-Wirtschaft und die Energiesicherheit, sagte Exxon-Chef Rex Tillerson. Sie ermögliche neue Investitionen in die Förderung von Gasquellen und schaffe neue Arbeitsplätze.

Mit XTO gewinnt Exxon Zugriff auf zahlreiche neue Gasquellen in den USA. Unter dem Dach von Exxon könne die Gesellschaft ihre Erfahrungen in der Erschließung von Gasquellen global einsetzen, sagte XTO-Gründer Bon Simpson. Analysten sprachen von einer mutigen Wette von Exxon auf steigende Gaspreise. Derzeit sind die Preise insbesondere in den USA infolge der Wirtschaftskrise am Boden.

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