Mega-Übernahme BHP Billiton nimmt Angebot für Potash zurück

39 Milliarden Dollar waren dem einen zu wenig, dem anderen zu viel. Der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton will den kanadischen Düngemittelhersteller Potash nun doch nicht mehr kaufen.
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Marius Kloppers, CEO von BHP Billiton, macht nicht mehr mit beim Kampf um Potash. Quelle: Bloomberg

Marius Kloppers, CEO von BHP Billiton, macht nicht mehr mit beim Kampf um Potash.

HB DÜSSELDORF. Der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton will den kanadischen Düngemittelhersteller Potash nicht mehr kaufen. Dies teilte der Bergbauriese am Montag mit. BHP hatte für den Weltmarktführer 39 Milliarden Dollar geboten, was Potash als zu niedrig zurückgewiesen hatte. Zuletzt hatte auch die kanadische Regierung überraschend ein Veto gegen den Verkauf von Potash an BHP eingelegt.

Kanadas Industrieminister Tony Clement, der das Veto eingelegt hatte, sagte, dass er nun seine Überprüfung des Vorgangs beenden werde, da BHP sein Angebot zurückgenommen habe. BHP habe Vertrauen und Integrität während des gesamten Prozesses gezeigt, so Clement laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er betonte weiter, dass ausländisches Investment gut für sein Land sei. Clement hatte am 3. November das Angebot der in Australien angesiedelten BHP-Billiton zurückgewiessen, dem weltgrößten Bergbauunternehmen, mit der Begründung, die Übernahme bringe Kanada keine Vorteile. Es war bisher erst die zweite Absage dieser Art in der Historie Kanadas.

Kanadas Premier Stephen Harper hatte zuvor gesagt, seine Regierung plane, Richtlinien für ausländische Investoren zu entwickeln, welche Übernahme Kanada tolerieren werde und welche nicht, so Bloomberg. Harper traf auf dem G20-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Südkorea auch auf Australiens Premierministerin Julia Gillard. "Wenn die Zeit gekommen ist, wird die Regierung nicht nur die Gründe für seine Entscheidung bekannt machen, sondern auch eine breitere Richtschnur für die Gemeinschaft der ausländischen Investoren herausgeben, was für Investitionen wir wollen und welche nicht", sagte Harper.

BHP hatte seit August versucht, Potash gegen den Willen der Kanadier zu übernehmen. Kalisalze sind unentbehrlich für die Düngemittel-Herstellung und entsprechend begehrt. Potash sitzt auf den weltgrößten Vorkommen und ist ein scharfer Konkurrent von K+S aus Kassel.

Bei Potash hieß es zum Rückzug von BHP lediglich, die Entscheidung zeige, dass die Übernahmeofferte Potash als Unternehmen "unterbewertet" habe.

Australische Anleger reagierten positiv auf die neuen Nachrichten. An der Börse in Sydney legten BHP-Papiere leicht zu.

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1 Kommentar zu "Mega-Übernahme: BHP Billiton nimmt Angebot für Potash zurück"

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  • Es ist eine gute Nachricht.
    Mir kommen fast Freudentränen.
    Nicht jedes Land kann so stolz auf seine Reg. sein.

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