Mega-Übernahme
Buffetts neuer Rekord

Es ist die größte Übernahme, die der US-Investor Warren Buffett je getätigt hat. Seine Holding Berkshire Hathaway erwirbt für gut 30 Milliarden Dollar Burlington Northern Santa Fe, einen amerikanischen Eisenbahn-Konzern. Das Gesamtvolumen der Übernahme liegt inklusive Schulden des Bahnbetreibers gar bei 44 Milliarden Dollar. Für Buffett ist es eine riesengroße Wette – auf die USA.
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HB NEW YORK. Warren Buffett ist immer für eine Überraschung gut. Der legendäre US-Investor wagt noch in der Wirtschaftskrise den größten Zukauf seiner Firmengeschichte mit einer rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme - und zwar von dem Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe (BNSF). Darin sind allerdings auch rund zehn Milliarden an Schulden von BNSF enthalten.

Buffetts Investmentgesellschaft hält an Burlington bereits 22,6 Prozent und kauft nun für umgerechnet 30 Mrd. Euro die restlichen 77,4 Prozent. Damit gehört das Unternehmen mit Sitz in Fort Worth zu einhundert Prozent Berkshire Hathaway. Deren Aktien schossen vorbörslich um 29 Prozent auf 97,78 Dollar nach oben. Buffett bezeichnete den Erwerb mit Blick auf die Höhe des Investments laut der Nachrichtenagentur Bloomberg als "Elefanten-Übernahme".

Bei einem Preis von 100 Dollar je Burlington-Aktie schlägt der US-Starinvestor 31,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag auf.

Vor der Aquiese von Burlington war galt der Erwerb der industriellen Marmon Holdings vor zwei Jahren für einen Preis von 4,5 Milliarden Dollar als schwerste Buffett-Übernahme. Für die Übernahme benötigt Buffett die Zustimmung von zwei Dritteln der BNSF-Eigner. Bereits vor zwei Jahren hat Berkshire die ersten Anteile an dem Unternehmen erworben. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2010 erwartet.

Die Investition in BNSF setze alles auf die Karte einer wirtschaftlichen Erholung der USA, sagte Buffett laut einer Mitteilung, die über Business-Wire veröffentlicht wurde. „Ich liebe solche Wetten.“ Die Zukunft Amerikas, so Buffett weiter, hänge von einem effizienten und gut organisierten Eisenbahn-System ab. Züge würden im Vergleich zu Autos und Lastwagen an Wettbewerbsfähigkeit mit steigenden Benzinpreisen gewinnen. "Wenn die Öl-Preise steigen, werden sich natürlich auch die Betriebskosten der Eisenbahnen erhöhen. Aber das wird auch bei Lastwagen der Fall sein, allerdings um den Faktor vier", sagte Buffett auf einer Investorenkonferenz. Und das war im Jahr 2007. Da hatte Buffett schon gesagt: "Die Geschäfte dort könnten viel besser als in der Vergangenheit laufen." Nun hat Buffett seine Überlegungen in die Tat umgesetzt. Wie üblich.

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  • buffet der alte Fuchs bleibt seiner Linie treu: investition in klassische Werte. Ob er allerdings mit den Eisenbahnen, die ihre beste Zeit offenbar längst hinter sich haben, ein gutes investment macht, bleibt abzuwarten. im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist die Eisenbahn längst kein Zukunftsgeschäft mehr und 44 Mrd. Dollar sind jede Menge Geld.

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