Mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz erwartet
Salzgitter für 2005 optimistisch

Das zweite Quartal von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern Salzgitter ist nach Aussagen Finanzvorstand Heinz Jörg Fuhrmann „ausgezeichnet“ gelaufen. Nun wird auch ein Umsatzanstieg auf mehr als sechs Mrd. € erwartet. Das im Nebenwerte-Index MDax gelistete Unternehmen will zudem eigene Aktien zurückkaufen.

HB FRANKFURT. Salzgitter habe das Rekordergebnis der ersten drei Monate im zweiten Quartal 2005 wohl nicht ganz wiederholen können, sagte Fuhrmann der Nachrichtenagentur Reuters in Frankfurt am Rande einer Veranstaltung. „Aber im Vergleich zum Vorjahr wird es das Prädikat ausgezeichnet verdienen.“ Der Vorsteuergewinn werde klar im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Im ersten Quartal hatte Salzgitter mit einem Vorsteuergewinn von 254 Mill. € ein Rekordergebnis verbucht. Das Ergebnis des zweiten Halbjahres 2005 könne sich mit dem der ersten Jahreshälfte nicht messen lassen, sagte Fuhrmann. Er bekräftigte die Prognose, wonach Salzgitter 2005 einen Vorsteuergewinn im mittleren dreistelligen Millionenbereich erwartet. Der Umsatz werde 2005 bei gut über sechs Mrd. € liegen, kündigte der Finanzvorstand an. Bislang hatte Salzgitter noch keine Umsatzprognose abgegeben. Schon 2004 hatte das Unternehmen den Vorsteuergewinn wegen des Stahlbooms auf einen Rekordwert von 322,8 (Vorjahr: 42,5) Mill. € geschraubt, der Umsatz war um 23 % auf 5,9 Mrd. € geklettert.

Ein Ende des Stahlbooms sieht Fuhrmann nicht. „Wir befinden uns nach wie vor in guten Stahlzeiten“, sagt er. Der Stahlverbrauch steige weltweit, nicht nur in China, sondern auch in Europa. Die durchschnittlichen Erlöse seien etwas rückläufig, lägen aber im Schnitt auf befriedigendem Niveau, sagte Fuhrmann. „Es gibt Produkte, da steigen die Preise schon wieder“, sagte der Finanzchef.

Der Stahl- und Röhrenkonzern teilte am Donnerstag mit, den von der Hauptversammlung genehmigten Rückkauf eigener Aktien von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals umsetzen zu wollen. Damit wolle sich Salzgitter auch weiteren Spielraum für Zukäufe schaffen, sagte Fuhrmann. „Wir haben einige konkrete Ideen für Akquisitionen, die wir verfolgen.“ Derzeit sei aber noch nichts veröffentlichungsfähig. „Kurzfristig werden wir einen Teil der Kriegskasse im Sinne unserer Aktionäre einsetzen“, sagte Fuhrmann. Die zurückgekauften Aktien wolle Salzgitter deshalb nur zum Teil einziehen. Das Unternehmen prüfe wegen sehr hoher Pensionsrückstellungen auch die Auflage eines Pensionsfonds.

Derzeit stünden Salzgitter liquide Mittel zwischen 600 und 700 Mill. € sowie etwas Fremdfinanzierung zur Verfügung. „Wir können bis zu einer Milliarde Euro mobilisieren“, sagte Fuhrmann. Zukaufen wolle Salzgitter in Europa und Nordamerika mit dem Fokus auf Walzstahl und Röhren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%