Mehr Baugenehmigungen
Bezahlbare Wohnungen aber knapp

Im ersten Halbjahr wurden rund 5 Prozent mehr Wohnungsbauten genehmigt. Der Bau neuer Wohnungen in Deutschland verliert damit etwas an Schwung. Trotz der Zuwachsraten fehlt es gerade in Ballungsgebieten an günstigen Wohungen.
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Wiesbaden/BerlinBilliges Baugeld hat den Wohnungsbau im ersten Halbjahr 2012 beflügelt. Im Vergleich zum Vorjahresboom schwächte sich der Aufwärtstrend allerdings ab. Die Behörden genehmigten den Bau von 114.000 Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2011 hatte es allerdings noch einen Zuwachs von 27,9 Prozent gegeben.

Der Wohnungsbau hatte im Krisenjahr 2009 mit 159.000 Wohnungen einen Tiefstand erreicht. Der Nachholbedarf war also groß. 2011 waren bereits 183.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Im ersten Halbjahr 2012 nun wurden 99.900 neue Wohnungen in Wohngebäuden genehmigt - die meisten davon, nämlich rund 44.100, waren Einfamilienhäuser. In Nichtwohngebäuden wie Fabriken, Bürogebäuden oder Hotels wurden demnach rund 2000 Wohnungen genehmigt. Die restlichen 12.150 Wohnungen wurden als Baumaßnahmen an schon bestehenden Gebäuden genehmigt.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, GdW, kritisierte, bezahlbare Wohnungen seien trotz der steigenden Zahl der Baugenehmigungen zunehmend Mangelware. Gerade in den unteren Mietpreissegmenten, wo insbesondere in Ballungsgebieten ein hoher Bedarf bestehe, passiere derzeit zu wenig.

Einen kräftigen Zuwachs gab es im ersten Halbjahr bei den Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 14 Prozent). Genehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern blieben nahezu unverändert (plus 0,3 Prozent), bei Einfamilienhäusern gab es einen Rückgang um 6 Prozent.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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