Mehr Einfluss
MAN prüft Einstieg bei Volkswagen

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN denkt einem Medienbericht zufolge über den Einstieg bei Volkswagen nach. MAN-Chef Hakan Samuelsson verspreche sich davon mehr Einfluss bei der geplanten Lkw-Allianz zwischen MAN, VW und Scania.

HB BERLIN. Geprüft werde derzeit der Kauf von bis zu zehn Prozent der Volkswagen-Anteile, wie das Magazin „Focus“ berichtet. Rund zwei Milliarden Euro würde die Beteiligung demnach kosten. Neben Porsche und dem Land Niedersachsen wäre MAN damit der dritte VW-Großaktionär. VW und MAN wollten sich zu dem Bericht am Wochenende nicht äußern.

Eine Beteiligung an VW könne MAN neben der geplanten Übernahme des schwedischen Lastwagenbauers Scania finanzieren. Die Konzernkasse sei gut gefüllt, und die Hausbanken hätten bereits grünes Licht für mögliche Kredite gegeben. MAN-Chef Hakan Samuelsson habe über einen Einstieg bereits mit VW-Chef Bernd Pischetsrieder gesprochen. Samuelsson verspreche sich davon offenbar mehr Einfluss bei der geplanten Lkw-Allianz zwischen MAN, dem brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäft von VW sowie Scania. Volkswagen ist sowohl Großaktionär bei Scania als auch bei MAN. MAN will seinen schwedischen Rivalen für mehr als zehn Milliarden Euro übernehmen, Scania hat sich jedoch gegen das Angebot ausgesprochen und es als zu niedrig bezeichnet.

Samuelsson will dem Bericht zufolge offenbar auch eine geplante Vertriebskooperation zwischen den beiden Unternehmen absichern. Künftig sollten europaweit in den MAN-Niederlassungen auch VW-Transporter verkauft werden. Für Volkswagen wäre „Focus“ zufolge dann ein MAN-Einstieg von verstärktem Interesse, wenn das VW-Gesetz wegfallen sollte, über das ab dem 12. Dezember erstmals der Europäische Gerichtshof in Luxemburg verhandelt. Die Richter könnten das VW-Sonderrecht kippen, wonach kein Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben darf.

Pischetsrieder hätte dem Magazin zufolge neben Porsche und Niedersachsen gern noch einen weiteren verlässlichen Partner, damit künftig keine unberechenbaren Finanzinvestoren Einfluss nehmen könnten. Auch mache sich offenbar intern Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff für ein MAN-Engagement in Wolfsburg stark. Der CDU-Politiker verspreche sich von einem neuen Investor offenbar ein Gegengewicht zum VW-Großaktionär Porsche.

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