Mehr Gewinn bei weniger Umsatz geplant
Dürr will mehr „Klasse statt Masse“

Der Stuttgarter Anlagenbauer Dürr will in diesem Jahr bei weniger Umsatz den Gewinn vor Steuern erhöhen. Zudem soll die Abhängigkeit von der kriselnden Automobilindustrie verringert werden. Eine Dividende gibt es aber trotz der Ertragswende für 2004 erneut nicht.

HB STUTTGART. De „Wir werden einen konsequenten Sparkurs einschlagen und den Anteil des Industriegeschäfts außerhalb der Automobilbranche ausbauen“, sagte Vorstandschef Stephan Rojahn am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Die Ertragslage solle sich dadurch 2005 weiter verbessern. Konzernchef Stephan Rojahn betonte, Dürr wolle künftig bei den Aufträgen auf „Klasse statt Masse“ achten. Bei den mit Autolackier- und Endmontageanlagen sowie in der Mess- und Prozesstechnik erzielten Umsätzen kalkuliert Dürr aber weitere Rückgänge ein.

Das Unternehmen hatte seine Strukturen verschlankt: Das verlustreiche Dienstleistungsgeschäft soll nicht weitergeführt werden und wurde bereits teilweise verkauft. Verstärken will sich der auf zwei Sparten reduzierte Konzern unter anderem in der Luftfahrt- und Bergbauindustrie sowie in der Umwelttechnik. Diese Branchen hätten hohes Ertragspotenzial, der Umsatz werde dort 2005 im einstelligen Prozentbereich zulegen, sagte Rojahn.

Die Autoindustrie, die Dürr noch drei Viertel der Umsätze liefert, sei von Investitionsverschiebungen und Kostensparprogrammen geprägt, sagte der Konzernchef mit Blick auf sinkende Umsätze. Dürr setze deshalb neben den Bau neuer Anlagen auf eine Modernisierung der Kapazitäten, um die Kosten der Kunden zu senken. Bei den Aufträgen werde künftig stärker selektiert. „Die Erträge gehen vor Umsatzzuwächsen“, sagte Rojahn.

Nach einem Sanierungsprogramm, das 2003 zu einem Verlust von gut 30 Mill. € geführt hatte, erreichte Dürr im Jahr 2004 trotz um sechs Prozent geringeren Umsätzen von 2,14 Mrd. € wieder die Gewinnzone. Der Jahresüberschuss belief sich nach dem internationalen Bilanzstandard IRFS auf 4,7 (Vorjahr: minus 30,3) Mill. €. Der Vorsteuergewinn erreichte 11,8 (minus 5,7) Mill. €. „Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wird 2004 keine Dividende gezahlt“, sagte Rojahn.

Auf eine Rückkehr zur Dividendenzahlung bereits in diesem Jahr wollte sich der neue Finanzvorstand Martin Hollenhorst noch nicht festlegen. Zum geplanten Anstieg des Vorsteuergewinns in diesem Jahr sollen Kostensenkungen durch weiteren Personalabbau und ein gebündelter Einkauf beitragen. In Deutschland will Dürr abermals gut 100 Stellen streichen und die Mitarbeiterzahl auf rund 3600 verringern. Weltweit beschäftigte Dürr Ende 2004 knapp 7300 Menschen. Die Verschuldung sank 2004 auf 1,21 Mrd. von 1,44 Mrd. €.

An der Börse gaben die im Kleinwertesegment SDax notierten Aktien 3,7 % auf 14,25 € ab und verloren damit deutlich stärker als der Markt.

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