Mehr Neubestellungen
Boeing gewinnt Wettkampf der Jumbos

Es musste so kommen. Nach einem Jahr voller schlechter Nachrichten über den europäischen Flugzeugbauer Airbus schlägt nun die Stunde der Wahrheit. Airbus und Boeing halten ihre Listen mit Flugzeug-Bestellungen gegeneinander... und die Liste der Amerikaner ist länger, berichtet eine deutsche Zeitung. Denn Boeing hat etwas, das Airbus bisher nicht sicher zusagen konnte.

HAMBURG. Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat nach fünf Jahren wieder die Spitzenposition bei den Flugzeug-Neubestellungen von Airbus zurück erobert. Im auslaufenden Jahr 2006 gingen bei Boeing knapp ein Viertel mehr Bestellungen ein als beim europäischen Dauerrivalen, berichtet die „Financial Times Deutschland“. Boeing veröffentlichte jetzt eine Jahresschlussbilanz mit Stand bis 20. Dezember.

Danach verbuchte Boeing 904 Neubestellungen. Bei Airbus lagen bis Ende November offiziell 635 Neubestellungen vor. Rechnet man die bisher im Dezember veröffentlichten weiteren Aufträge hinzu, ergeben sich 714 Bestellungen. Wie eine Airbus-Sprecherin am Sonntag erklärte, wird 2006 für Airbus unabhängig von der Rangfolge „das zweitbeste Jahr in der Firmengeschichte bei den Bestellungen und Auslieferungen“. Die genauen Ergebnisse würden am 17. Januar vorgelegt.

Boeing hatte zuletzt im Jahr 2000 mehr Flugzeuge verkauft als Airbus. Bereits im vergangenen Jahr konnte Airbus praktisch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von 1055 Bestellungen gegenüber 1002 Bestellungen bei Boeing doch noch gewinnen. In diesem Jahr zeichnete sich dann der Vorsprung von Boeing beim wichtigsten Frühindikator für die künftige Entwicklung überdeutlich ab.

Der Vorsprung der Amerikaner resultiert vor allem aus den teuren und renditestarken Großraumflugzeugen. Bei den kleineren Modellen mit einem Mittelgang verkaufte Airbus annährend so viel wie Boeing mit allein 619 Neubestellungen für das Basismodell 737. Zum Erfolgsprojekt 2006 entwickelte sich für die Amerikaner erneut das künftige Langstreckenmodell 787, von dem 2006 allein 147 Maschinen verkauft wurden. 2008 soll es erstmals an Kunden ausgeliefert werden.

Gleichzeitig hat die arabische Fluggesellschaft Emirates wegen der Lieferverzögerungen beim Super-Jumbo A380 eine Entschädigung vom europäischen Flugzeugbauer Airbus gefordert. Emirates bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte, wollte aber keine Summe nennen. Die zweijährige Verzögerung bei der Auslieferung des A380 habe die Fluglinie der Arabischen Emirate schwer getroffen, hieß es.

Emirates ist der größte Kunde für den A380. Das Unternehmen hat 45 Maschinen geordert, der Vertrag beläuft sich auf rund 13,5 Mrd. Dollar (rund 10,2 Mrd. Euro). Die französische Zeitung „Le Parisien“ berichtete am Dienstag, Emirates fordere 223 Mill. Euro Schadenersatz. Die Fluggesellschaft bestätigte dies nicht und verwies auf die Vertraulichkeit des Kaufvertrags. Ein Airbus-Sprecher in Frankreich verweigerte ebenfalls eine Bestätigung und erklärte, Gespräche mit Emirates über eine Entschädigung seien „nicht Neues“.

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