Mehr Stellen bei General Motors Europe auf der Streichliste
Opel-Betriebsräte werfen Mutterkonzern Imageschädigung vor

Betriebsräte von Opel werfen der Mutter GM Europe «geschäftsschädigendes» Verhalten vor. Laut einem Pressebericht will GM in Europa mehr Stellen streichen als bisher bekannt.

HB BERLIN. Der US-Autokonzern General Motors (GM) will bei seinen europäischen Töchtern Opel, Saab und Vauxhall offenbar mehr Arbeitsplätze streichen als bislang bekannt. Das berichtete das Magazin «Der Spiegel» am Samstag vorab. Der Sanierungsplan von GM Europe sehe vor, dass insgesamt 12.000 Jobs eingespart werden soll, schrieb das Magazin ohne Angabe von Quellen.

Der Konzern habe aber noch nicht entschieden, ob das Werk Rüsselsheim oder die Saab-Fabrik im schwedischen Trollhättan geschlossen wird. Allerdings könne ein Fahrzeug in Schweden rund sechs Prozent billiger produziert werden als in Rüsselsheim. Auch die Zukunft des Opel-Werks in Bochum sei keineswegs gesichert.

GM weist sämtliche Zahlen zum mutmaßlichen Stellenabbau bisher als «reine Spekulation» zurück. Bevor der Konzern sich öffentlich über Pläne äußere, müssten zunächst intensive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geführt werden, hieß es.

Opel-Betriebsräte gehen derweil hart mit dem Vorgehen der Europa-Zentrale ins Gericht. Der Betriebsratsvorsitzende von Opel in Bochum, Ditmar Hahn, sagte dem Magazin «Focus», die offenbar dort lancierte Meldung über den Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen in Europa sei «geschäftsschädigend». Ähnlich äußerte sich der Betriebsratschef im Werk Kaiserslautern: «Ich halte es für verrückt, dass sie Negativ-Nachrichten streuen.»

Im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim sollen laut einem Bericht der «Wirtschaftswoche» mindestens 3500 Arbeitsplätze wegfallen. Wie die Zeitschrift am Freitagabend in ihrer Online-Ausgabe berichtete, könnten im schlimmsten Fall 6000 bis 7000 Stellen in Rüsselsheim gestrichen werden. Vor allem im Bereich der Entwicklung soll es einen deutlichen Personalüberhang von mindestens 1000 Stellen geben, hieß es in dem Bericht. Das Rüsselsheimer Werk beschäftigt rund 20.000 Mitarbeiter. Davon arbeitet etwa die Hälfte im internationalen Entwicklungszentrum.

Experten weisen laut «Wirtschaftswoche» schon länger darauf hin, dass es erhebliche Überschneidungen mit anderen Entwicklungsabteilungen im Konzern gebe. Möglicherweise wird GM Europe schon in der kommenden Woche den detaillierten Sanierungsplan für seine europäischen Marken Opel, Saab und Vauxhall vorstellen.

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