Mehr Umsatz aber weniger Gewinn
Pharmariesen in Japan treten auf der Stelle

Für japanische Pharmakonzerne wird die Luft dünner. Darauf deuten die Prognosen des führenden japanischen Pharmaherstellers Takeda hin.

shf FRANKFURT/M. Der Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 (zum 31. März) zwar seinen Nettogewinn um 5 % auf 285 Mrd. Yen (rund 2,1 Mrd. Euro) gesteigert. Für das laufende Jahr stellt Takeda aber nur noch ein Plus von weniger als zwei Prozent in Aussicht. Der operative Gewinn wird voraussichtlich sogar sinken.

Japanische Pharmahersteller stehen unter anderem wegen des starken Yens und der staatlich verordneten Preissenkungen auf dem Heimatmarkt unter Druck. Zudem hat sich in den vorigen Jahren in Japan die Konkurrenz durch große europäische und amerikanische Pharmakonzerne verstärkt.

Bei Takeda wird der Umsatz, der zuletzt immerhin noch um 4 % auf 1,08 Bill. Yen (8 Mrd. Euro) gestiegen war, in diesem Jahr voraussichtlich nahezu stagnieren. Takeda reiht sich damit in die schwächeren Vertreter der Pharmabranche ein. Bereits in den vergangenen Tagen hatten die japanischen Konkurrenten Sankyo und Yamanouchi Umsatzrückgänge für das laufende Geschäftsjahr angekündigt.

Branchenexperten rechnen auf dem japanischen Pharmamarkt daher mit weiteren Fusionen, nachdem vor kurzem bereits Yamanouchi und Fujisawa ankündigten, sich 2005 zur neuen Nummer zwei in Japan zusammenzuschließen. Eine Herausforderung für die Japaner besteht zudem darin, dass sie auf den den westlichen Märkten bislang sehr stark auf Vertriebspartner angewiesen sind.

Takeda wird zudem durch die relativ schwache Performance seines US-Joint-Ventures TAP gebremst, das die Japaner zusammen mit dem US-Konzern Abbott betreiben. TAP verbuchte 2003 einen Umsatzrückgang um 1 % auf knapp 4 Mrd. $, bedingt vor allem durch deutliche Einbußen beim Krebsmittel Lupron und schwaches Wachstum beim Magenmittel Prevacid. Positiv entwickelten sich dagegen das Bluthoch- druck-Medikament Blopress und das Diabetesmittel Actos, das Takeda mit Eli Lilly vertreibt.

Ähnlich wie viele Konkurrenten will auch Takeda stärker in die Forschung investieren, um neue Produkte schneller voranzubringen. Noch für das laufende Jahr plant der Konzern den Zulassungsantrag für ein neues Schlafmittel. Auch ein Nachfolger für Actos befindet sich in fortgeschrittener Entwicklung.

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