Mehr verkaufte Flugzeuge
Boeing will Airbus auf Abstand halten

Gut ist an der Börse manchmal nicht gut genug: Obwohl Boeing einen guten Lauf hat und für das kommende Jahr weitere Steigerungen von Gewinn und Umsatz verspricht, reagieren die Anleger verschnupft.
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SeattleBoeing will seine Spitzenposition gegenüber Airbus dieses Jahr unbedingt verteidigen. Der US-Konzern setzte sich am Mittwoch die Auslieferung von bis zu 725 Flugzeugen zum Ziel und könnte damit das dritte Jahr in Folge die Europäer abhängen. „2014 konzentrieren wir uns weiter darauf, unsere Marktführerschaft bei Verkehrsflugzeugen beizubehalten“, sagte Boeing-Chef Jim McNerney anlässlich der Präsentation der Bilanz für das vergangene Jahr. Allerdings wird pro verkauftem Flugzeug wohl etwas weniger in der Kasse landen. Boeing rechnet damit, dass die operative Marge in der Sparte „Commercial Airplanes“ auf etwa zehn Prozent von jetzt 10,9 Prozent sinken wird. Das sorgte für schlechte Stimmung an der Börse: Boeing-Aktien gaben über sechs Prozent nach.

2013 lieferte Boeing bereits 648 Maschinen aus – so viele wie nie zuvor. Der Rekord soll 2014 noch mal um bis zu zwölf Prozent übertroffen werden. Airbus und Boeing liefern sich traditionell ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im vergangenen Jahr hatte Airbus mit 626 Auslieferungen erneut das Nachsehen. Dieses Niveau soll in etwa beibehalten werden, hieß es bei der Jahres-Pressekonferenz des europäischen Flugzeugbauers Mitte Januar in Toulouse. Details soll es zusammen mit den Jahreszahlen des gesamten Airbus-Konzerns am 26. Februar geben.

Insgesamt stellen sich die Europäer bereits auf ein Ende des Passagierjet-Booms ein. Der Auftragseingang sei nicht auf dem zuletzt sehr hohen Niveau zu halten, sagte kürzlich Verkaufschef John Leahy. Vor allem Fluggesellschaften aus Asien hatten für starkes Wachstum gesorgt. Auch US-Airlines erneuerten ihre alten Flotten mit neuen spritsparenderen Modellen.

Im laufenden Jahr soll es nach dem Willen der Boeing-Spitze weiter nach oben gehen. Für den Umsatz hat McNerney eine Steigerung von zuletzt 86,6 Milliarden auf 87,5 bis 90,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellte. „2014 konzentrieren wir uns darauf, unsere Marktführerschaft bei Verkehrsflugzeugen zu halten“, sagte McNerney. Gleichzeitig solle das zweite Standbein mit Raumfahrttechnik, Rüstungsgütern und Sicherheitslösungen neu aufgestellt und gestärkt werden.

Um den Konkurrenten die Stirn zu bieten und die Ziele zu erreichen, baut Boeing die Flugzeugproduktion weiter aus – vor allem beim modernsten Langstreckenjet 787 „Dreamliner“, der bisher stark mit Pannen und sogar einem dreimonatigen Flugverbot zu kämpfen hatte.

Im laufenden Jahr will Boeing die Produktion auf 715 bis 725 Flugzeuge ausweiten. Darunter sollen 110 Exemplare des „Dreamliners“ sein und damit 55 mehr als im Vorjahr. Airbus will die Flugzeugproduktion in diesem Jahr dagegen lediglich stabil halten, bevor die Fertigung des neuen Hoffnungsträgers A350 im Jahr 2015 allmählich hochläuft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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