Mehr Wachstum, bessere Renditen, günstigere Zukunftschancen
Europas Arzneihersteller überholen die Amerikaner

Europas Pharmaunternehmen laufen ihren US-Konkurrenten den Rang als Renditebringer ab. Glänzten früher vor allem US-Konzerne mit Wachstum, zeigen inzwischen europäische Firmen die bessere Performance. Die jüngsten Quartalszahlen belegen diesen Umschwung klar.

HB FRANKFURT/M. Während der globale Pharmamarkt nach Daten des Pharma-Informationsdienstes IMS Health um etwa fünf bis sechs Prozent expandierte, konnten die führenden US-Pharmakonzerne ihren Umsatz in den ersten neun Monaten im Schnitt nur um etwa drei Prozent steigern. Europäische Firmen legten dagegen zweistellig zu und gewinnen damit Marktanteile gegenüber ihrer US-Konkurrenz.

Der Trend dürfte sich zunächst fortsetzen. Erst gegen Ende des Jahrzehnts könnte sich nach Einschätzung von Fachleuten das Blatt wieder wenden. Grundlage sind vor allem die Zyklen in der Produktentwicklung. „Europäische Firmen haben derzeit mehr Erfolg in der Forschung und sind weniger anfällig für Patentabläufe“, heißt es in einer Studie von Morgan Stanley.

Branchenführer Pfizer beispielsweise hat drastisch an Umsatz verloren, weil Patente ausgelaufen sind, etwa für das Epilepsiemittel Neurontin. In Kürze muss er zudem mit Generika-Konkurrenz für das umsatzstarke Antibiotikum Zithromax rechnen, was der Bestseller Lipitor offenbar nicht mehr kompensieren kann. Seine Ertragsprognose für 2005 hat der Konzern jüngst nach unten revidiert.

Bei Merck & Co steht der Patentablauf beim wichtigsten Umsatzträger, dem Cholesterinsenker Zocor, bevor. Hinzu kommen die Umsatzausfälle durch den Vermarktungsstopp für das Schmerzmittel Vioxx sowie die Diskussion um die Cox-2-Wirkstoffe, unter der sowohl Merck als auch Pfizer leiden. Bristol-Myers hat Patente auf Diabetesmittel verloren, Forest auf das Anti-Depressions-Medikament Celexa.

Demgegenüber haben europäischen Pharmakonzerne ähnliche Durststrecken weitgehend überwunden. Typische Beispiele sind die britischen Konzerne Glaxo-Smithkline (GSK) und Astra-Zeneca, die nach Schwächephasen inzwischen wieder stärkere Wachstumsraten verbuchen. GSK musste zuvor den Patentablauf beim Depressionsmittel Paxil verkraften, Astra-Zeneca die Generikakonkurrenz für den einstigen Blockbuster Prilosec.

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