Mehr Wettbewerb
In Deutschland steigen die Preise

Für viele Stromkunden in Deutschland ist der 1. Juli kein Grund zur Freude: Pünktlich zur Öffnung der europäischen Energiemärkte erhöhen zahlreiche Kommunal- und Regionalversorger ihre Tarife. Doch es gibt Hoffnung, denn die Chancen für Direktanbieter haben sich deutlich verbessert; die Wahlmöglichkeiten für Privatkunden sind gestiegen.

DÜSSELDORF. Im Zuge der Liberalisierung entfällt hier zu Lande auch die Praxis, dass sich die Stromversorger ihre Tarife vorab von den Landeswirtschaftsministerien genehmigen lassen müssen. Das nutzen viele Unternehmen offenbar aus.

Ansonsten ist der europaweite Stichtag für die deutschen Privathaushalte nur von untergeordneter Bedeutung. Formell ist der Strommarkt schließlich schon seit 1998 liberalisiert. Schon damals konnten neue Anbieter wie Yello auf Kundenfang gehen. Bei Gas ist dies seit Herbst vergangenen Jahres möglich.

Nur richtig in Schwung gekommen ist der Markt bis heute nicht. Die erste Welle verpuffte bald wieder: Außer Yello mussten die meisten der neuen Stromanbieter ihre Segel streichen. Ihr Vorwurf: Die großen Versorger nutzten ihre Marktmacht aus, um die neue Konkurrenz aus dem Markt zu halten. Insbesondere die Nutzung der Netze sei so teuer und kompliziert, dass keine wettbewerbsfähigen Preise möglich seien. Bis heute haben zwar 30 Prozent den Tarif gewechselt, aber die meisten sind bei ihrem angestammten Versorger geblieben, nur sechs Prozent wechselten den Anbieter.

Es gibt aber neue Hoffnung. Durch die Arbeit der Bundesnetzagentur, die die Netzentgelte gesenkt und den Netzzugang vereinfacht hat, haben sich die Chancen für Direktanbieter deutlich verbessert. Und in der Tat hat sich die Wahlmöglichkeit für die Haushaltskunden erhöht. Ausländische Konzerne wie Nuon, neue Anbieter oder Tochtergesellschaften der großen Versorger wie Eons Vertriebsgesellschaft E-wie-einfach gehen bundesweit auf Kundenfang.

Mit ersten Erfolgen. Nuon etwa warb in Hamburg und Berlin allein seit Anfang Mai 30 000 neue Kunden, weil Platzhirsch Vattenfall die Preise erhöht. E-wie-einfach hat seit der Gründung im Frühjahr schon 60 000 Kunden gewonnen.

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