Mehrere Führungskräfte vor dem Rauswurf - Neuer Sanierungsplan in Sicht
Daimler-Partner Mitsubishi räumt in der Spitze auf

Der angeschlagene Autohersteller Mitsubishi Motors (MMC) will offenbar mit einem weit reichenden Führungswechsel den Weg für eine sich abzeichnende Kapitalerhöhung frei machen. Nach japanischen Medienberichten wird neben Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt auch vier weiteren Spitzenmanagern, darunter Eckrodts rechter Hand Ulrich Walker, der Rücktritt nahegelegt.

hz FRANKFURT/M. Der viertgrößte japanische Autobauer, an dem Daimler-Chrysler rund 37 % hält, würde damit weitergehende personelle Konsequenzen aus der Schieflage des Herstellers ziehen als bislang erwartet. Smart-Chef Andreas Renschler, der Eckrodt an der Spitze voraussichtlich beerben soll, erhielte zugleich mehr Spielraum, um sich mit eigenen Gefolgsleuten eine Hausmacht in Japan zu sichern.

Schon Mitte des Jahres soll es an der Spitze von MMC zum Wechsel kommen, hieß es in Unternehmenskreisen. MMC wies die Vorstandspersonalien allerdings als unrichtig zurück. Die vor der Ablösung stehenden Mitsubishi-Führungskräfte, zu denen einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai“ zufolge neben Eckrodt und Walker auch Steven Torok, Eiji Iwakuni und Keiichiro Hashimoto zählen, sollen demnach jedoch auf der Hauptversammlung Ende Juni abtreten. Auch die übrigen Beschäftigten blieben nicht vom Rotstift verschont: Insgesamt plane das Unternehmen die Streichung von mehr als 1000 Stellen, hieß es.

Ein Daimler-Managerteam um Renschler arbeitet in Japan auf Geheiß des Stuttgarter Konzernchefs Jürgen Schrempp bereits seit Wochen fieberhaft an einem Rettungsplan für die angeschlagene Beteiligung. MMC ist inzwischen zum größten Brandherd im Konzern geworden. Die Japaner stecken in Schwierigkeiten: Drei Gewinnwarnungen in neun Monaten, zweistellige Umsatzverluste nach einem Kreditdebakel in den USA und akute Finanznot belasten das hochverschuldete Unternehmen. Analysten zufolge braucht Mitsubishi eine neue Finanzspritze von mehr als 2 Mrd. Euro, wovon Daimler allein rund 800 Mill. Euro zu tragen hätte.

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