Mehrheit erfüllt Prognosen
Kaum ein Konzern wagt detaillierten Ausblick für 2009

Das desaströse Geschäftsjahr 2008 zeigt Wirkung. Nachdem die Gewinne der 30 Dax-Konzerne um 40 Prozent eingebrochen sind, halten sich die Unternehmen mit Prognosen für 2009 zurück. Beinahe alle verweisen nach einem Bericht im Handelsblatt auf das "anhaltend unsichere wirtschaftliche Umfeld" und auf "erhebliche Risiken".

DÜSSELDORF. Lediglich Dax-Neuling Fresenius liefert wie die Muttergesellschaft FMC eine Umsatz- und Gewinnprognose. Der Medizintechnikkonzern spürt die Wirtschaftskrise bisher nicht und glänzt mit Rekorderträgen.

Dabei brauchen sich die Unternehmen vor ihren eigenen Vorhersagen nicht zu verstecken. 16 der 30 Dax-Konzerne haben sich hinsichtlich der Genauigkeit ihrer Prognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr respektabel geschlagen: Sie erfüllten nach Handelsblatt-Recherchen ihre vor zwölf Monaten selbst gesteckten Ziele, einige übertrafen sie sogar. Etliche Unternehmen boten ihren Aktionären konkrete Prognosen und legten danach beinahe Punktlandungen hin.

So kündigte die Telekom einen bereinigten Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 19,3 Mrd. Euro an und schaffte am Ende 19,5 Mrd. Selbst der stark konjunkturellen Schwankungen unterworfene Stahlhersteller Thyssen-Krupp, für den der dramatische Nachfrageeinbruch ab dem Sommer 2008 kaum vorhersehbar war, erfüllte seine Umsatz- und Vorsteuergewinnprognose. Dem Management kam dabei allerdings zugute, dass das vergangene Geschäftsjahr schon im September endete.

Die zuverlässigste und präziseste Vorhersage lieferte 2008 FMC. Mit Umsatz und Nettogewinn prognostizierte der Dialysespezialist als einziger Dax-Konzern die beiden unter Anlegern beliebtesten Kennziffern.

Grob daneben gingen die Vorhersagen vieler Autohersteller und Banken. So sagte die Commerzbank nach "einem verheißungsvollen Auftakt" voraus, dass sie das Ergebnis des Vorjahres übertreffen werde, "wenn die Märkte es zulassen". Zum Zeitpunkt dieses Statements war die Immobilienkrise in den USA schon ausgebrochen. Am Ende des Jahres brauchte die Bank schließlich staatliche Hilfe.

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