Mehrjahresplan im September: Peugeot öffnet sich für Allianzen

Mehrjahresplan im September
Peugeot öffnet sich für Allianzen

Christian Streiff, neuer Chef von PSA Peugeot Citroën, steht Bündnissen mit anderen Automobilherstellern nicht mehr ablehnend gegenüber. Das schlechte Jahresergebnis zwingt zum Umdenken – nicht nur die Qualität soll verbessert werden, auch über Billigautos wird nachgedacht.

PARIS. Christian Streiff, frisch gekürter Chef von Frankreichs Autokonzern PSA Peugeot Citroën, schlägt neue Töne an: Er schließt nicht aus, dass PSA eines Tages eine umfassende Allianz wie Konkurrent Renault mit Nissan eingehen könnte. „Hierbei gibt es kein Dogma. Wir betrachten diese Frage mit viel Aufmerksamkeit, aber auch mit großer Vorsicht“, sagte Streiff gestern bei seinem ersten öffentlichen Auftritt. Sein Vorgänger Jean-Martin Folz hatte bis dato dagegen umfassende Allianzen grundsätzlich abgelehnt. Er bevorzugte statt dessen punktuelle Zweckbündnisse wie mit BMW für kleine Benzinmotoren.

Darüber hinaus will Streiff möglicherweise mit einem eigenen Billigwagen Wachstumsmärkte erschließen. „Dieses Problem wird eines der Hauptarbeitsfelder des neuen Vorstands sein“, so Streiff. Die Tatsache, dass selbst Toyota ein Billigauto produzieren wolle, sei Anlass genug, die Frage neu zu erörtern.

Der neue Konzernlenker nannte keine Ziele in Sachen Kostensenkungen, Gewinnmargen oder Autoabsatz. Details seines Plans „Cap 2010“ sollen bis Mai stehen. Im September dann will er seine längerfristigen strategischen Überlegungen vorstellen.

Gestern beließ er es bei einer Analyse der Schwachstellen bei Peugeot und der Definition der Gebiete, in denen Streiff Fortschritte erzielen will: Qualität, Kosten, Produktpalette und internationale Präsenz. Analysten hatten dies so erwartet, ebenso wie die schlechten Zahlen des Konzerns. Die Aktie gab ihre ersten Kursgewinne im Handelsverlauf wieder ab.

Georges Dieng vom Broker Ixis zeigte sich indes überrascht von den neuen Tönen in Sachen Allianzen: „Das ist ein neuer Diskurs.“ Doch der Experte rechnet nicht damit, dass PSA in absehbarer Zeit ein Bündnis wie Renault mit Nissan eingehen wird. „Zunächst muss klar sein, was Streiff damit erreichen will. Um etwa neue Märkte wie Indien zu erschließen, böte sich ein Bündnis mit der Tata-Gruppe an“, sagte Dieng. Streiff selbst sagte zum Thema Bündnisse weiter, dass er die „bestehenden Kooperationen ausbauen“ wolle, „statt die Zahl der Kooperationen zu erhöhen“.

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