Mehrkosten für Verbraucher
Erneuerbare Energie treibt Strompreis

Die Entlastung bei den Strompreisen im kommenden Jahr wird geringer ausfallen als erwartet: Höhere Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien verwässern den positiven Effekt durch niedrigere Preise im Großhandel. Die Verbraucher müssen sich ab dem 1. Januar 2010 mit zwei Cent je Kilowattstunde an der Förderung sauberer Energien beteiligen. Das sind rund 75 Prozent mehr als noch in diesem Jahr.

DÜSSELDORF. Gemessen am aktuellen durchschnittlichen Preis für Privathaushalte von rund 23 Cent je Kilowattstunde (KWh) entspräche das einer Preiserhöhung von knapp vier Prozent.

Nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) wird den Produzenten von Strom aus Wind, Solar oder Biomasse eine feste Vergütung zugesichert. Weil diese höher liegt als der Marktpreis im Großhandel, werden die Mehrkosten den Verbrauchern als EEG-Umlage in Rechnung gestellt. Diese steigt konstant, weil immer mehr Windräder oder Solaranlagen installiert werden. Zudem trifft die höhere Menge erneuerbarer Energie zur Zeit auf einen durch die Rezession deutlich gesunken Stromverbrauch.

Im kommenden Jahr wird erstmals eine bundesweit einheitliche Umlage erhoben. Nach Vorgaben des Gesetzgebers haben die vier Betreiber des Höchstspannungsnetzes, die Eon-Tochter Transpower, die RWE-Gesellschaft Amprion, EnBW Transportnetze und Vattenfall Europe Transmission, mit Unterstützung von Gutachtern jetzt für 2010 eine Einspeisevergütung für den grünen Strom von 12,7 Mrd. Euro prognostiziert. In diesem Jahr wird mit 9,9 Mrd. Euro gerechnet, 2008 waren es noch lediglich 8,7 Mrd. Euro.

Den von den Grünstrom-Produzenten abgenommen Strom werden die Netzbetreiber im kommenden Jahr nach jetzigen Schätzungen aber nur für 4,5 Mrd. Euro an der Börse verkaufen können. Die Differenz von rund acht Mrd. Euro wird auf die Verbraucher umgelegt. Im Folgejahr, wenn die tatsächlichen Daten vorliegen, werden eventuell zu viel oder zu wenig gezahlte Summen dann verrechnet.

Eigentlich hatten die Verbraucher auf eine spürbare Entlastung bei den Strompreisen hoffen können. Schließlich sind die Notierungen im Großhandel wegen der Wirtschaftskrise deutlich gesunken – am Terminmarkt kostet eine KWh zur Lieferung 2010 derzeit knapp fünf Cent. Das sind fast 2,5 Cent weniger als noch im vergangenen Jahr.

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