Mehrwertsteuereffekt
Autokäufer bleiben zurückhaltend

Trotz der brummenden Konjunktur kommt der deutsche Automarkt nicht in Fahrt. Der Absatz im Inland brach im ersten Halbjahr um neun Prozent ein und blieb damit weit unter den Erwartungen der Branche. Doch der Verband bleibt zuversichtlich. Immerhin hält der Export die Branche stabil.

HB BERLIN. Mit einem Zuwachs von zwölf Prozent bei den Ausfuhren konnten die deutschen Hersteller die Einbrüche im Inland kompensieren. Insgesamt stieg die Produktion der Branche um vier Prozent auf 5,6 Mill. Einheiten in den ersten sechs Monaten. "Damit werden wir in der Produktion das dritte Rekordjahr in Folge haben“, unterstrich der neue Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, Matthias Wissmann. „Wir sind zuversichtlich, dass sich spätestens 2008 neben den starken Export auch der große Inlandserfolg stellen wird“, sagte Wissmann gestern in Frankfurt. Der ehemalige Verkehrsminister ist zuversichtlich, dass die Stimmung in Deutschland mit der IAA in Frankfurt wieder kippen werde. Die weltgrößte Branchenmesse im September soll der Branche neuen Schub geben.

„Wir haben von Anfang an damit gerechnet, dass es einen starken Mehrwertsteuereffekt geben wird“, sagte Wissmann mit Blick auf den Einbruch im ersten Halbjahr. Denn die Anhebung der Mehrwertsteuer hatte das eigentlich schwache Autojahr 2006 gerettet und der Branche einen erträglichen Absatz von 3,47 Mill. Autos gesichert. Wissmanns Vorgänger Bernd Gottschalk hatte stets gehofft, dass die anziehende Binnenkonjunktur das Autojahr 2007 doch noch retten könnte. Nun muss der Verband zum zweiten Mal binnen vier Monaten seine Prognose senken: Statt 3,4 Mill. Autos werden am Ende des Jahres wohl nur 3,2 Mill. in Deutschland neu zugelassen werden.

Wissmann sieht eine „Verunsicherung der Verbraucher“ als Hauptgrund der Misere. Insbesondere die Diskussion um den Klimaschutz habe die Käufer in Deutschland zusätzlich verunsichert, sagte Wissmann, dessen Vorgänger Gottschalk im Mai den Posten räumen musste, weil führende Vertreter der Branche ihre Interessen in der Klimadiskussion nicht energisch genug vertreten sahen.

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