Mehrwertsteuererhöhung
Druck auf Klinik-Lieferanten steigt

Die Krankenhäuser wollen die Mehrwertsteuer-Erhöhung durch Kostensenkung ausgleichen. Dadurch wird sich der Verdrängungswettbewerb unter ihren Lieferanten wohl verstärken.

FRANKFURT. Auch ohne die satte Tariferhöhung, die sich die Klinikärzte erstreiken wollen, müssen sich die Krankenhäuser auf steigende Kosten einstellen. Denn weil sie bei der Abrechnung mit den Kassen keinen Vorsteuerabzug geltend machen können, lässt die Erhöhung der Mehrwertsteuer im kommenden Jahr ihre Sachkosten steigen. Dadurch wird sich der Verdrängungswettbewerb unter ihren Lieferanten wohl verstärken.

„Wenn wir nichts unternehmen, kostet uns das im kommenden Jahr fünf Mill. Euro“, sagt Hans-Jürgen Michal, Generalbevollmächtigter der Münchener Sana-Gruppe mit bundesweit 33 Krankenhäusern. Die Mehrbelastung für die gesamte Branche beziffert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf 500 Mill. Euro im Jahr. Mit einem finanziellen Ausgleich durch eine Anhebung der Fallpauschalen ist nicht zu rechnen, weil ein Anstieg der Kassenbeiträge politisch kaum durchsetzbar wäre.

Den Krankenhäusern bleibt daher nur der Tritt auf die Kostenbremse. Private Ketten wie Sana, Rhön-Kliniken und Helios senken beim Einkauf bereits die Kosten, indem sie die Bestellungen ihrer Krankenhäuser bündeln. Auf diese Weise gelang es dem Sana-Konzern etwa, die Sachkosten auf rund ein Viertel der Gesamtkosten zu drosseln, während in einem durchschnittlichen Krankenhaus nach DKG-Angaben etwa 34 Prozent der Ausgaben auf Verbrauchsprodukte wie Spritzen, Verbände und Lebensmittel entfallen.

Um dem zunehmenden Wettbewerb standhalten zu können, schließen sich zum Leidwesen kleinerer Hersteller von medizinischen Verbrauchsartikeln auch öffentliche Krankenhäuser immer öfter zu Einkaufsgemeinschaften zusammen. „Dieser Trend wird sich durch den steigenden Kostendruck verstärken“, sagt Ekkehart Paditz, der im Juni die Leitung des städtischen Klinikums Görlitz übernimmt.

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