"Mein Cent"
Eon-Tochter nimmt beliebten Gas-Tarif vom Markt

Bei Verbrauchern fand der Gastarif "Mein Cent", den die Eon-Tochter "E wie Einfach" angeboten hatte, viel Zuspruch. Auch Marktbeobachter begrüßten die Initiative. Dennoch nimmt das Unternehmen den Tarif vom Markt und kündigt neue Modelle an.

HB KÖLN/HEIDELBERG. Seit dem 1. Oktober gebe es den Tarif für Neukunden nicht mehr, bestätigte ein Firmensprecher und kündigte gleichzeitig "neue, sehr attraktive Tarife" für den Herbst an. Mit "Mein Cent" hatte E wie Einfach den jeweiligen Regionalanbieter um zwei Cent je Kubikmeter Gas unterboten. Seit dem Start im Februar 2007 wechselten 300 000 Gaskunden zu diesem Tarif. Das Aus für "Mein Cent" sei "ausgesprochen schade und auch unglücklich zum Start der Heizperiode", sagte eine Sprecherin des Verbraucherportals Verivox.

Der Tarif von E wie Einfach war das erste und bislang auch einzige bundesweite Angebot nach der Liberalisierung des Gasmarktes im Herbst 2006 und habe "den Markt in Schwung gebracht", wie die Verivox-Sprecherin sagte. Viele lokale Anbieter hätten auf den neuen Konkurrenten reagieren müssen. Mittlerweile gebe es aber um die 70 sogenannte externe Anbieter in Deutschland, die den angestammten Versorgern Konkurrenz machen - "mit teilweise günstigen Produkten".

Das Aus für "Mein Cent" sei eine "ganz normale Produktänderung", sagte der Sprecher von E wie Einfach in Köln. Mit den angekündigten neuen Produkten reagiere das Unternehmen auf "die sich ändernden Bedürfnisse der Kunden". Die neuen, ebenfalls bundesweiten Tarife würden "in allen Produkteigenschaften attraktiv sein, auch im Preis". Einzelheiten wollte der Sprecher nicht nennen.

Für wechselwillige Gaskunden sind laut Verivox entweder ein günstiger Preis, eine Preisgarantie oder die Umweltfreundlichkeit ausschlaggebend. Anhand dieser Kriterien werde E wie Einfach vermutlich auch die neuen Angebote gestalten, sagte die Sprecherin. E wie Einfach bietet bereits bundesweit den Tarif "Mein Klima" an: Der Kunde zahlt einen Aufschlag, den das Unternehmen in Klimaprojekte im Ausland wie einen Windpark in Indien oder ein Wasserkraftwerk in Brasilien investiert. Hier hat das Unternehmen laut Firmensprecher mehr als 20 000 Kunden.

Die Wechselbereitschaft der Gaskunden dürfte zur Zeit hoch sein. Zum 1. Oktober haben laut Verivox 329 der etwa 750 Gasversorger in Deutschland die Preise um durchschnittlich 15 Prozent erhöht. Für einen durchschnittlichen Musterhaushalt bedeute dies eine jährliche Mehrbelastung von 213 Euro. Weitere Versorger werden vermutlich im November und Dezember die Preise anheben. Der Gaspreis ist in Deutschland an die Kostenentwicklung beim Erdöl gekoppelt - die Rekordpreise für Öl vom Juli schlagen mit mehrmonatiger Verzögerung durch. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte vor kurzem, Erdgas werde nie wieder billig sein, unter anderem, weil die Nachfrage weltweit sehr hoch ist.

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