Meldeauflagen und Wirkungslosigkeit: Rückschläge für Novo und Novartis

Meldeauflagen und Wirkungslosigkeit
Rückschläge für Novo und Novartis

Die Pharmakonzerne Novartis und Novo Nordisk müssen empfindliche Rückschläge bei wichtigen Entwicklungsprodukten einstecken. Die US-Pharmabehörde FDA verlangt Zusatzdaten für ein Diabetesmittel von Novartis, und ein Schlaganfall-Wirkstoff von Novo Nordisk verfehlt das Therapieziel.

FRANKFURT. Bei Novartis wird sich die Markteinführung des Diabetes-Medikaments Galvus nach Einschätzung von Analysten um mehr als ein Jahr verzögern. Denn die amerikanische Zulassungsbehörde FDA beurteilt das Medikament zwar grundsätzlich als zulassungsfähig, hat jedoch vor einer entsprechenden Freigabe zusätzliche Sicherheitsdaten und -studien für das Mittel verlangt.

Die Aktie des Baseler Pharmakonzerns gab daraufhin am Montag mehr als zwei Prozent nach. Galvus galt bisher als eine der wichtigsten von insgesamt acht geplanten Neuzulassungen für 2007. Mit dem neuartigen Wirkstoff hofft der Konzern, im stark wachsenden Diabetesgeschäft stärker Fuß zu fassen. „Wir sind weiterhin von der Wirksamkeit und Sicherheit von Galvus überzeugt und werden eng mit der FDA zusammenarbeiten“, sagte Novartis-Entwicklungschef James Shannon.

Schätzungen für den Spitzenumsatz von Galvus bewegten sich bisher bei Werten zwischen einer und drei Mrd. Dollar. Doch dürfte sich nun die Position des US-Konkurrenten Merck & Co, der ein Mittel mit ähnlicher Wirkungsweise seit Oktober auf dem Markt hat, weiter verbessern. „Je länger sich die Zulassung von Galvus verzögert, desto schwieriger wird es für Novartis, den Vorsprung von Merck & Co aufzuholen“, sagt Pharmaexperte Timo Kürschner von der LBBW.

Fast noch härter als Novartis trifft es die dänische Firma Novo Nordisk, die die Entwicklung ihres Wirkstoffs Novo Seven gegen bestimmte Formen des Schlaganfalls komplett einstellte. Die Aktie von Novo Nordisk verlor daraufhin fast zehn Prozent an Wert, bevor sie sich im Tagesverlauf wieder teilweise erholte.

Novo Seven sollte dazu beitragen, das Therapiespektrum von Novo Nordisk über das Diabetesgeschäft hinaus zu verbreitern. Als weltweit führender Hersteller von Insulinen erzielt der Konzern derzeit noch fast drei Viertel seiner Erlöse von zuletzt rund 5,2 Mrd. Euro mit Produkten gegen die Zuckerkrankheit. Gemessen am Börsenwert von rund 21 Mrd. Euro ist Novo Nordisk das sechstgrößte europäische Pharmaunternehmen.

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