Mercedes-Chef steht zu Smart
Zetsche schwärmt von BMW und Audi

Mercedes-Chef Dieter Zetsche hat die Messlatte für die Sanierung des kränkelnden Autobauers hoch gelegt. Um sein Ziel zu erreichen, ist ihm jedoch nicht jedes Mittel recht. Die defizitäre Kleinwagenmarke Smart will der designierte Konzernchef leben lassen.

HB FRANKFURT. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass Mercedes gegenwärtig nicht auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit ist“, sagte Zetsche der „Stuttgarter Zeitung“ laut einem Vorabbericht vom Freitag. Die Konkurrenten Audi und BMW seien derzeit besser aufgestellt. Der Rückstand gegenüber den Wettbewerbern müsse ausgeglichen werden.

Eine Alternative zu dem am Mittwoch angekündigten Stellenabbau gebe es ungeachtet der wieder steigenden Verkaufszahlen nicht. Zetsche sieht sich bei Mercedes in punkto Produktivität und Effizienz an die Lage beim amerikanischen Autobauer Chrysler vor fünf Jahren erinnert - als er als Sanierer nach Detroit geschickt wurde. Die Überkapazitäten bei Mercedes bezifferte er auf 10 Prozent. Zetsche bekräftigte das Ziel für Mercedes, bis 2007 eine Umsatzrendite von 7 Prozent zu erreichen. Bei Chrysler hatte er 26 000 Stellen abgebaut und mehrere Werke geschlossen. Mercedes will in Deutschland 8500 von rund 94 000 Stellen binnen eines Jahres abbauen.

Zetsche wies darauf hin, dass ein Ausgleich von Beschäftigungsüberhängen durch einen Wechsel von Mitarbeitern an andere Standort nur begrenzt möglich und überdies teuer für das Unternehmen sei. Deshalb greife man zu dem Mittel der Abfindungen, die das Unternehmen 950 Millionen Euro kosten und unter anderem aus Rückstellungen und einem möglicherweise etwas besseren Ertrag im operativen Geschäft finanziert würden.

Trotz aller Probleme will Zetsche an der Kleinwagenmarke Smart festhalten: „Die Restrukturierung ist voll im Plan.“ Es werde Smart auch noch am Ende des Jahrzehnts geben, betonte der designierte Konzernchef von Daimler-Chrysler. Es gelte, eine solide Basis für die Tochter zu schaffen, die derzeit nicht profitabel arbeite. Erst wenn dies gelungen sei, könne eine Vorwärtsstrategie entwickelt werden.

Anders als der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sieht Zetsche keine Gefahr, dass der Konzern von renditehungrigen Finanzinvestoren übernommen und zerschlagen werden könnte. „Daimler-Chrysler hat derzeit einen Börsenwert von rund 45 Milliarden Euro. Das ist recht gewichtig und schränkt die Zahl von potenten Finanzinvestoren, die eine feindliche Übernahme wagen könnten, dramatisch ein“, sagte der Manager dem Blatt. Wegen der Gefahr einer feindlichen Übernahme war Porsche bei VW eingestiegen.

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