Mercedes, Ford und Co.
Ein Autohaus (fast) ohne Autos

Zum Autokauf ins Autohaus, das war einmal. Um Kunden wieder ins Geschäft zu locken, bauen Autobauer wie Mercedes, Renault und Ford ihre Filialen nun radikal um. Der Besuch beim Händler soll wieder zum Erlebnis werden.
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DüsseldorfAm Ballindamm in Hamburg, direkt zwischen schicken Designer-Boutiquen an der Binnenalster, steht seit wenigen Wochen ein Autohaus fast ohne Autos. Zwischen schwarz-weißen Lounge-Stühlen und einer holzumrandeten Theke erinnert allein der silberne Stern an der Wand daran, wem diese Niederlassung gehört. „Mercedes Me“-Store hat der Konzern den Prototypen einer Niederlassung getauft, der das Markenverständnis der Schwaben in die Welt tragen soll. Mit einem klassischen Autohaus, wie man es aus den Vorstädten der Republik kennt, hat der „Mercedes me“-Store nichts mehr zu tun.

Über die neuen Filialen in der Innenstadt sucht Mercedes den direkteren Kontakt zu den Kunden. Hier verteilt kein Schlagersänger seine Autogrammkarten, hier gibt es kein Freibier und Bockwurst zum Sommerfest. Stattdessen soll urbane Kultur die potentiellen Kunden locken: In den Räumen von Mercedes sollen Lesungen und Konzerte stattfinden, junge Künstler sollen ihre Werke ausstellen. Den Anfang macht der internationale Fotograf Olaf Heine mit Fotografien aus Brasilien - passend zur WM.

Die Filiale selbst ist eingebettet in ein Konzept, das sämtliche Mobilitätsbedürfnisse der Kundschaft abdecken soll - vom Autokauf über die Parkplatzsuche bis zur Reparatur. Wer will, kann sich hier auch für das konzerninterne Carsharing car2go anmelden. Neben den Filialen soll eine zentrale Online-Plattform zur ersten Anlaufstelle für den Kunden werden. „Das machen wir, weil wir zuhören und lernen wollen. Dieses Instrument ist viel mächtiger als klassische Marktforschung“, sagt Konzernchef Dieter Zetsche.  

Daimler macht vor, wie die Autohäuser der Zukunft aussehen könnten. Denn das moderne Autohaus ist mehr als eine Ausstellungshalle für neue Modelle, sondern Repräsentanz einer ganzen Markenwelt, in der die Besucher eintauchen können.

Ein Trend, der die Autobranche derzeit umtreibt. Nicht nur die jährliche DAT-Studie zeigt, dass das Internet beim Autokauf massiv an Einfluss gewinnt. Auch die Volumenhersteller selbst lernen bei ihren Befragungen viel über die Art und Weise wie ihre Kunden zum Auto finden. Die Ergebnisse nähren die Sorge der Händler.

Beim „Automotive Day“ der FHDW Bergisch-Gladbach präsentierte Ford-Vertriebsvorstand Wolfgang Kopplin eine interne Studie des Autobauers. Ein Ergebnis: Vor einem Besuch im Autohaus ist für 87 Prozent aller befragten Kunden das Internet die erste Anlaufstelle. Doch wer hier nach neuen Autos sucht, fand bisher selten seinen lokalen Händler, sondern Online-Autohäuser, die mit Rabatten locken.

Bei Ford steuerte man darum um: Die Webpräsenz der Händler wurde vereinheitlicht und suchmaschinenoptimiert, der Werbeetat für die Onlinewerbung erhöht, lokalisierte Werbebanner geschaltet und besondere Angebote bei Facebook platziert. Heute finden deutlich mehr Kunden bei der Internetsuche die Angebote des lokalen Händlers.

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  • @ Joachim Buch
    Ja Sie laufen bei mir offene Türen ein, habe aufgrund der E-Zonen Sperrungen von gelb auf grün meinen ML für Peanuts (Ackermann) entsorgen müssen. Heute gibt es nur noch Plastik mit überfrachteter Elektronik bestückt.
    Erlebniskauf beim Neuwagen gab`s schon jetzt in Form von exorbitanter Kaskoversicherungs Summe- BMW ist eben auch keine Alternative.

  • So sehe ich das auch. Ich will nicht für protzige Autohäuser bezahlen. Ich will ein gutes Auto zu einem guten Preis.

  • So ein Quatsch. Ich will ein Auto und kein "Erlebnis beim Autokauf" für das ich teuer bezahlen soll.

    Wenn ich ein "Erlebnis" will, gehe ich in den Erlebnispark - da kann ich für 30 Euro Achterbahn fahren soviel ich will. Bei Mb zahle ich für einen unnützen Erlebnistempel beim Händler 3000 Euro on top. Ohne mich!

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