Mercedes-Werke
Daimler spart beim Stellenabbau

Daimler-Chrysler hat sein Stellenabbauprogramm bei Mercedes offensichtlich erstaunlich geräuschlos über die Bühne gebracht: Mehr Mitarbeiter als geplant nahmen Abfindungsangebote an, die die Konzernbilanz zudem weniger belasten als veranschlagt. Erstaunliches wird über das Schicksal der Betroffenen berichtet.

HB STUTTGART. Personalchef Günther Fleig bezifferte die Kosten am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stuttgart auf 840 Mill. Euro, geplant hatte der Konzern 110 Mill. Euro mehr. Dabei haben sogar 9300 Beschäftigte statt der angepeilten 8500 den Autobauer in Deutschland verlassen oder Aufhebungsverträge zum Jahresende unterschrieben. Mit den Stellenstreichungen will Daimler-Chrysler der Nobelmarke Mercedes bis zum nächsten Jahr zu einem Gewinnschub und einer operativen Umsatzrendite von sieben Prozent verhelfen.

Auch das zweite groß angelegte Stellenstreichungsprogramm, das die Verwaltung betrifft, komme voran, sagte der Personalvorstand. Der Abbau von 6000 Arbeitsplätzen weltweit ist Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche zufolge vor allem das Ergebnis der Vermeidung von Doppelarbeit in der Zentrale und bei den operativen Einheiten. Insgesamt kostet der Stellenabbau Daimler-Chrysler bis 2008 zwei Mrd. Euro, soll aber danach die Kosten um eine Milliarde im Jahr senken.

Dass Mercedes beim Stellenabbau billiger wegkommt als erwartet, liegt Fleig zufolge an der Zusammensetzung der Mitarbeitergruppe, die die Abfindungsangebote angenommen habe. Zum anderen seien etwa 800 Beschäftigte anderswo im Konzern oder bei Beteiligungen wie der EADS untergekommen. Bei den internen Versetzungen wurden laut Fleig lediglich „Mobilitätsprämien“ zwischen 10 000 Euro und 20 000 Euro bezahlt. Etwa 1900 Beschäftigte hätten den vorzeitigen Ruhestand gewählt, gerechnet hatte Mercedes nur mit 1200. Im Schnitt waren die Beschäftigten bei ihrem Ausscheiden 43 Jahre alt, nur 20 Prozent meldeten sich arbeitslos. Allein für die Abfindungen seien 200 Mill. Euro Lohnsteuer gezahlt worden, betonte der Personalchef.

Nur wenige der ausgeschiedenen Mitarbeiter meldeten sich laut Fleig arbeitslos. Über 1 000 Beschäftigte seien in neue, externe Arbeitsverhältnisse vermittelt worden. Der Stellenabbau sei von den „Arbeitsmärkten absorbiert“ worden. Fleig betonte, durch den Stellenabbau habe Daimler-Chrysler weder den Steuerzahler belastet noch die Sozialkassen geplündert. Durch das Programm habe der Konzern im Jahr 2006 zwischen 250 bis 300 Millionen Euro zusätzlich an Lohnsteuer gezahlt, da Abfindungen steuerpflichtig sind.

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