Mercedes will mit Personalabbau schnell beginnen
Zetsche setzt Mercedes-Mitarbeitern Frist

Beim Vorhaben, den Autobauer Mercedes wieder auf Vordermann zu bringen, tritt Dieter Zetsche aufs Gaspedal. Der designierte Daimler-Chrysler-Chef drängt auf schnelle freiwillige Vereinbarungen für den geplanten Stellenabbau.

HB SINDELFINGEN. Der weltweit fünftgrößte Autobauer will die mit dem Stellenabbau verbundenen Einsparungen von jährlich 500 Mill. € möglichst bald einfahren. Mercedes-Mitarbeiter berichteten nach einer Betriebsversammlung im Werk Sindelfingen, Mercedes-Chef Dieter Zetsche habe mit Arbeitszeitverkürzung gedroht, wenn nicht bereits bis Ende März Klarheit herrsche, dass der geplante Abbau von jeder zehnten Mercedes-Stelle in Deutschland auf freiwilliger Basis gelinge.

Nach Angaben des Betriebsrates bietet Mercedes die höchsten Abfindungen, wenn sich Beschäftigte noch in diesem Jahr für ein Ausscheiden entscheiden. Eine weitere Frist laufe Ende März aus. Im Höchstfall könne ein Beschäftigter bis zu 275 000 € Abfindung bekommen. Für den Fall, dass sich nicht ausreichend Freiwillige meldeten, denke das Unternehmen über Arbeitszeitverkürzungen oder Frühpensionierung nach, sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm. Daimler-Chrysler wollte sich zunächst zu der nicht-öffentlichen Betriebsversammlung nicht äußern.

Die Gewerkschaft will versuchen, den Stellenabbau noch zu senken. „Wir wollen die tatsächliche Abbauzahl nach unten drücken. Das ist unser erklärtes Ziel“, sagte IG-Metall-Vize Berthold Huber im ZDF. IG-Metall-Chef Jürgen Peters machte deutlich, dass die Gewerkschaft Arbeitszeitverkürzungen befürwortet, um Entlassungen zu vermeiden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Mercedes durch den im vergangenen Jahr geschlossenen Beschäftigungspakt bis 2012 ausgeschlossen.

Daimler-Chrysler hatte am Vorabend die Stellenstreichungen mit den vergleichsweise hohen Produktionskosten bei Mercedes und Überkapazitäten begründet. Jährlich soll der Stellenabbau nach Angaben des Unternehmens 500 Mill. € einbringen. Klemm sagte, Mercedes habe die ursprünglichen Absatzziele bei sämtlichen Mercedes-Modellen für die kommenden drei Jahre nach unten korrigiert.

„Wir sehen das noch nicht“, sagte Klemm zu der angedrohten Arbeitszeitverkürzung. „Ich spekuliere im Moment nicht über ungelegte Eier.“ Jetzt müsse man erst einmal die Zeit nutzen und mit den Beschäftigten über die vereinbarten Möglichkeiten zum freiwilligen Ausscheiden sprechen. „Ich hoffe, dass die Vereinbarung attraktiv genug ist, dass wir nicht über andere Dinge reden müssen“, fügte Klemm hinzu.

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