Merck baut Stellen ab
US-Pharmariesen verdienen weniger

Die US-Pharmariesen Pfizer, Merck und Schering-Plough haben im dritten Quartal weniger verdient. Um Kosten zu senken, kündigte Merck am Mittwoch den Abbau von 4400 der weltweit 77 000 Stellen an. Dagegen stieg bei Europas größtem Pharmakonzern GlaxoSmithKline der Gewinn. Die Briten profitierten von einem guten Absatz ihrer Mittel gegen Asthma und Depressionen.

HB NEW YORK/LONDON. Bei Pfizer, weltweit die Nummer Eins der Branche, drückten die Übernahme des Wettbewerbers Pharmacia und der schwächere US-Dollar den Ertrag. Der Pfizer-Überschuss sank auf knapp 2,24 Milliarden Dollar (1,92 Mrd Euro) nach 2,35 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal, wie das Unternehmen in New York mitteilte. Allerdings baute der Konzern dank Pharmacia seinen Umsatz im dritten Quartal 2003 rasant um 56 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar aus. Für das Gesamtjahr rechnet der Hersteller der Potenzpille Viagra mit einem Umsatz von 45 Milliarden Dollar.

Nach Angaben des US-Pharmariesen waren im dritten Quartal nach wie vor 14 Pfizer-Produkte Marktführer. Die Erlöse mit dem Cholesterinsenker Lipitor etwa seien im dritten Quartal um 22 Prozent auf 2,47 Milliarden Dollar geklettert. Bei Viagra, das inzwischen Konkurrenz bekommen hat, erlöste Pfizer 476 Millionen Dollar und damit 9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Beim Pfizer-Konkurrenten Merck & Co. fiel der Gewinn je Aktie (EPS) gegenüber dem Vorjahr leicht von 83 auf 82 US-Cent. Darin enthalten sind Aktivitäten, von denen sich der Konzern trennt. Dagegen erhöhte sich der Überschuss im Kerngeschäft von 1,767 auf 1,865 Milliarden Dollar, der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar (4,97 Mrd Euro). Der Hersteller von Asthma-, Cholesterin- und Migränemitteln will die Stellen von 3200 Festangestellten und 1200 Teilzeitbeschäftigten streichen. Wegen der erwarteten Kosten senkte Merck seine Prognose für das Gesamtjahr. Künftig werde der Abbau aber jährliche Einsparungen von 250 bis 300 Millionen Dollar einbringen.

Schering-Plough rutschte wegen einer Rückstellung von 350 Millionen Dollar für Prozessrisiken im dritten Quartal in die roten Zahlen. Das Unternehmen verzeichnete einen Fehlbetrag von 265 Millionen Dollar. Pro Aktie lag der Verlust bei 18 Cent nach einem Gewinn von 29 Cent im Vorjahresquartal. Der Umsatz schrumpfte um 16 Prozent auf 2,041 Milliarden Dollar.

Bei der britischen GlaxoSmithKline legte der Vorsteuergewinn im dritten Quartal um 22 Prozent auf 1,693 Milliarden Pfund (2,431 Mrd Euro) zu. Der Überschuss betrug 1,194 Milliarden Pfund nach 977 Millionen Pfund. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 4,6 Milliarden Pfund. Die Londoner Börse honorierte die Zahlen jedoch nicht. Die Aktie gab bis zum Nachmittag um etwa 2 Prozent auf rund 1,27 Pence nach. Händler verwiesen darauf, dass der Konzern bei gleich bleibender Dollarschwäche für das Gesamtjahr einen um 4 bis 5 Prozent niedrigeren Gewinn je Aktie angekündigt habe.

GlaxoSmithKline-Vorstandschef Jean-Pierre Garnier verteidigte die Quartalsbilanz als „außerordentlich gut“. Profitiert habe das Unternehmen von der starken Nachfrage nach dem Asthmamedikament Advair/Seretide, dessen Umsatz im dritten Quartal um 40 Prozent auf 552 Millionen Pfund zulegte.

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