Merck-Chef stellt Pläne vor: Schnee-Sturm im Biotop

Merck-Chef stellt Pläne vor
Schnee-Sturm im Biotop

Nach der Übernahme von Serono erkennt mancher Mitarbeiter des Pharma- und Chemiekonzerns Merck sein Unternehmen kaum wieder. Statt kuscheliger Atmosphäre herrschen vermehrt rauhe Sitten in Darmstadt – eine Entwicklung, die viele Merckianer auf den Aufstieg des Schweizers Elmar Schnee in die Geschäftsleitung zurückführen.

DARMSTADT. Eine blaue Pyramide aus Glas und Stahl reckt sich in den Himmel – nur wenige hundert Meter von der Bundesstraße 3 nördlich von Darmstadt. Ein postmoderner Bau mit einer futuristisch anmutenden Empfangshalle, die alle Besucher des ältesten Pharmakonzerns der Welt, Merck, passieren müssen. Im Sommer wie im Winter herrschen bei Merck – dank Klimaanlage und Heizung – angenehme 19 Grad.

Das kuschelige Klima beschränkt sich nicht nur auf den Besuchereingang. „Wir überwinterten in einer Art Biotop“, beschrieb ein ehemaliger Mitarbeiter die Atmosphäre in dem Unternehmen, an dem bis heute die Nachfahren des vor mehr als 300 Jahren verstorbenen Apothekers Friedrich Jacob Merck die Mehrheit halten. Die Stürme der Globalisierung tobten draußen.

Doch seit einigen Monaten werden die Sitten rauher im Merck-Biotop. Nicht wenige der 8 700 Merckianer denken, der unangenehm kühle Wind käme aus der Schweiz, wo Merck vor wenigen Monaten für knapp elf Milliarden Euro Europas größtes Biotechunternehmen Serono übernahm.

Welche Folgen das für die Mitarbeiter in Darmstadt hat und wohin das Unternehmen mit seinem Zukauf steuert – darüber wird es möglicherweise heute mehr Klarheit geben, wenn der Merck-Chef Karl-Ludwig Kley der Öffentlichkeit seine Pläne für das laufende Jahr vorstellt.

Bislang stehen drei Dinge fest. Alle drei haben es für viele in Darmstadt schon in sich: Die moderne Biotechnologieanlage, die Merck eigentlich hier am Stammsitz bauen wollte, geht nun in die Schweiz. Schlüsselposten der Pharmasparte wurden mit Serono-Managern besetzt. Und trotz der langjährigen Forschungstradition in Deutschland wird ein wichtiger Teil der Pharmaforschung von Merck aus Deutschland abgezogen.

Kommt die neue Unbehaglichkeit zur Sprache, fällt rasch der Name Elmar Schnee. Der Marketingfachmann, der in nur drei Jahren zum Mitglied der Merck-Geschäftsleitung und zum Chef der künftigen Tochter Merck Serono aufstieg, ist vielen nicht geheuer.

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