Merck erhält Konkurrenz bei Krebsmitteln
Wachsendes Angebot bei Arzneimitteln

In mehreren lukrativen Segmenten des Arzneimittelgeschäfts verschärft sich der Wettbewerb durch neue Wirkstoffe. So hat der amerikanische Biotech-Konzern Amgen in den USA gerade eine Zulassung für sein Krebsmittel Vectibix erhalten – und will damit dem Krebsmittel von Merck Konkurrenz machen.

shf FRANKFURT. Dieses Medikament dürfte nach Erwartung vieler Marktbeobachter in direkte Konkurrenz zum erfolgreichen Darmkrebsmittel Erbitux treten, das in den USA von Bristol-Myers Squibb sowie Imclone Systems und in Europa von der Darmstädter Merck-Gruppe vertrieben wird. Erbitux verbuchte 2005 knapp 700 Mill. Dollar Jahresumsatz und gilt bisher als wichtigster Wachstumsträger für das Pharmageschäft von Merck.

Das neue Medikament von Amgen gehört – wie Erbitux – zu einer Gruppe von Biotech-Wirkstoffen, die in den vergangenen Jahren für Furore sorgten und den Herstellern üppige Einnahmen bescherten. Kosten von zum Teil mehr als 40 000 Dollar pro Patient und Behandlungszyklus lösen allerdings auch kritische Diskussionen über die Finanzierbarkeit solcher Entwicklungen aus.

Um diesen Debatten auszuweichen und schnell Marktanteile zu erobern, will Amgen den neuen Wirkstoff nun 20 Prozent günstiger anbieten als Erbitux. Außerdem startete der Biotech-Riese ein Programm, um einkommensschwache Patienten von möglichen Zuzahlungen zu den Kosten zu entlasten.

Auch in anderen Bereichen zeichnet sich wachsende Konkurrenz ab: So will die Münchner GPC Biotech noch im laufenden Jahr eine Zulassung für ihr neues Krebsmittel Satraplatin beantragen, nachdem vor wenigen Tagen eine Studie gute Daten in der Behandlung von Prostatakrebs zeigte. Im Bereich Nierenkrebs haben vor wenigen Wochen – fast zeitgleich – neue Wirkstoffe von Pfizer und Bayer eine Zulassung erhalten.

Intensivere Konkurrenz deutet sich ferner im Herz-Kreislaufbereich an. So hat der Baseler Konzern Novartis jetzt die Zulassung für ein neuartiges Mittel gegen Bluthochdruck beantragt, das möglicherweise eine Alternative zu etablierten Wirkstoffen bietet. Über kurz oder lang dürfte der Konzern zudem in das Geschäft mit Medikamenten gegen die Nervenkrankheit Multiple Sklerose eingreifen, das bisher von Biogen-Idec, Schering und Serono dominiert wird. Ein neuartiger Wirkstoff, der als Tablette eingenommen werden kann, befindet sich in der abschließenden Studienphase.

Unterdessen hat Sanofi-Aventis die europäische Zulassung für den ersten Impfstoff gegen HPV-Viren erhalten. Der Neuentwicklung trauen viele Analysten Umsätze von mehreren Milliarden Euro zu. Allerdings wird auch dieses Produkt wohl nicht lange über eine Alleinstellung verfügen. Ein ähnlicher Impfstoff der britischen Glaxo-Smithkline befindet sich ebenfalls im Zulassungsverfahren.

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