Merck Flüssigkristallgeschäft bremst den Gewinn

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck bestätigt mit seinen Zahlen die Schätzungen der Analysten. Allerdings litt der Betriebsgewinn des Konzerns unter dem schwächelndem Flüssigkristallgeschäft.
Update: 03.08.2017 - 08:39 Uhr Kommentieren
„Wir haben die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt.“ Quelle: dpa
Merck-Chef Stefan Oschmann

„Wir haben die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt.“

(Foto: dpa)

FrankfurtEin schwächeres Flüssigkristallgeschäft und gestiegene Kosten in der Arzneimittelsparte haben Merck im zweiten Quartal gebremst. Dem Darmstädter Traditionskonzern macht seit einiger Zeit die Konkurrenz aus China bei Flüssigkristallen zu schaffen, weswegen das Unternehmen Marktanteile verliert. Dazu drückten im zweiten Jahresviertel Investitionen für neue Medikamente auf das operative Ergebnis, wie Merck am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) sank binnen Jahresfrist um 5,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Dies war von Analysten auch so erwartet worden.

„Wir haben die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt“, erklärte Vorstandschef Stefan Oschmann. Merck habe durch die Konzentration auf neue Arzneimittel Fortschritte erzielt. Dem stehe aber eine Normalisierung der Marktanteile im Flüssigkristallgeschäft gegenüber.

Oschmann bestätigte dennoch das Jahresgewinnziel. Für 2017 wird ein bereinigter Betriebsgewinn zwischen 4,4 und 4,6 Milliarden Euro angepeilt nach 4,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Wegen geänderter Wechselkursannahmen schraubte Oschmann jedoch die Umsatzprognose etwas zurück: Nunmehr wird ein leichter bis moderater organischer Umsatzanstieg auf 15,3 bis 15,7 Milliarden Euro erwartet. Bisher waren 15,5 bis 16,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Im Zeitraum April bis Juni setzte Merck 3,9 Milliarden Euro um – ein Plus von 2,3 Prozent. Der Konzerngewinn schnellte um 35,1 Prozent auf 421 Millionen Euro in die Höhe. Allerdings hatte Merck im Vorjahreszeitraum Aufwendungen für ein Vergütungsprogramm verbucht.

Hinter dem leichten Umsatzanstieg im Quartal stehen die Life-Science-Sparte, die Produkte für die Pharmaforschung anbietet, sowie der Arzneimittelbereich Healthcare. Im Medikamentengeschäft liegen die Hoffnungen aktuell vor allem auf dem Krebsimmun-Medikament Bavencio. Es erhielt bereits erste Zulassungen in den USA. Dem standen allerdings höhere Forschungskosten und Aufwendungen für die Markteinführung von Präparaten gegenüber.

Sorgenkind war im zweiten Quartal der Spezialchemiebereich Performance Materials, zu dem auch das Geschäft mit Flüssigkristallen gehört. Wegen des Trends zu immer größeren Bildschirmen und steigenden Smartphone- und Tablet-Zahlen war das Flüssigkristallgeschäft lange Zeit der Hauptgewinnbringer gewesen. Merck ist zwar immer noch Weltmarktführer in dem Geschäft doch die Boom-Zeiten sind vorbei. Der bereinigte Betriebsgewinn der Spezialchemiesparte sank um 12,5 Prozent auf 239 Millionen Euro.

  • rtr
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