Merck hat Auftrieb in China Fruchtbarkeit im Zeichen des Affen

Der Pharmakonzern Merck legt starke Wachstumszahlen vor. Im China-Geschäft hilft den Darmstädtern vor allem das anstehende Jahr des Affen – das Geschäft mit Fruchtbarkeitsprodukten brummt deswegen.
Der anstehende Wechsel im chinesischen Kalender beflügelt das Geschäft von Merck. Quelle: AFP
Jahr des Affen

Der anstehende Wechsel im chinesischen Kalender beflügelt das Geschäft von Merck.

(Foto: AFP)

FrankfurtDer bevorstehende Wechsel des chinesischen Tierkreiszeichens vom Schaf zum Affen gibt dem Pharmageschäft von Merck Auftrieb in China. Die Umsätze mit Fruchtbarkeitsmedikamenten legten im dritten Quartal nach den Worten von Merck-Chef Karl-Ludwig Kley deutlich zweistellig zu und gaben damit dem gesamten Gesundheitsgeschäft des Darmstädter Konzerns in Asien Schub.

Kley führt das vor allem darauf zurück, dass chinesische Eltern es lieber sehen, wenn ihre Kinder im Jahr des Affen geboren werden als im Jahr des Schafes, das noch bis zum Februar läuft. Die kürzlich verkündete Abkehr von der Ein-Kind-Politik in China dagegen hat das Fruchtbarkeitsgeschäft von Merck nach Einschätzung des Konzernchefs bisher noch nicht beeinflusst.

Merck ist weltweit führender Anbieter von Fruchtbarkeitshormonen. Das starke Geschäft auf dem Gebiet in China hat dem Konzern geholfen, in seiner Gesundheitssparte noch ein leichtes organisches Wachstum von zwei Prozent zu erzielen. Und das, obwohl seine beiden Pharma-Topprodukte, das Multiple-Sklerose Medikament Rebif und das Krebsmittel Erbitux rückläufige Erlöse verbuchten.

Insgesamt ist China allerdings nur einer von mehreren Faktoren, die dem Darmstädter Konzern im dritten Quartal zu einer überdurchschnittlichen Performance verholfen haben. Mit einem Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns vor Abschreibungen um zehn Prozent auf 944 Millionen Euro und einem Plus von 15 Prozent auf 1,32 Euro beim bereinigten Gewinn je Aktie lag Merck leicht über den Analystenprognosen. Die Aktie war denn auch am Donnerstagmorgen mit einem Kursplus von knapp drei Prozent Spitzenreiter im Dax.

Neben dem Gesundheitsgeschäft haben trugen auch die Bereiche Performance-Produkte (Flüssigkristalle, Pigmente) und Life Science maßgeblich zum unerwartet kräftigen Ertragsanstieg bei. Das Life-Science-Geschäft, in dem Merck vor allem Vorprodukte und Reagenzien für die Biotechforschung und –produktion anbietet, legte währungsbereinigt um rund acht Prozent zu.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Durch die bevorstehende Übernahme des US-Konzerns Sigma-Aldrich, den Merck für 13 Milliarden Euro übernimmt, wird diese Sparte deutlich erweitert und künftig einen neuen Eckpfeiler für Merck darstellen. „Wir gehen mit einer sehr starken Basis in die Fusion“, sagte Kley. Auch die von Sigma berichteten Zahlen seien mit zuletzt neun Prozent Wachstum sehr gut. „Es werden sich also zwei starke Unternehmen zusammenschließen.“ Merck erwartet aus dem Zusammenschluss Synergien von 260 Millionen Euro. Allerdings könne man nicht davon ausgehen, das momentane Umsatzwachstum von acht Prozent zu halten.

Kley bekräftigte zudem auch den positiven Ausblick für die Merck-Pharmasparte, die momentan mit zwei Prozent bereinigtem Wachstum hinter dem Branchentrend zurückliegt. Große Konkurrenten wie Pfizer, Roche und Novartis berichteten zuletzt Wachstumsraten von sechs bis sieben Prozent, Bayer legte im Pharmageschäft im dritten Quartal währungsbereinigt sogar um 12 Prozent zu.

Kley setzt auf neuentwickelte Produkte
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