Industrie
Merck hofft und hofft auf Erbitux

Nach der Neuausrichtung des Konzerns im vergangenen Jahr hat die Darmstädter Merck KGaA ein Rekord-Jahresergebnis erzielt, das Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs. Auch das Geschäftsfeld Pharma konnte Merck mehr als verdoppeln – doch die Zukunft des Pharmageschäfts hängt stark von einem einzigen Krebsmittel ab.

tel DARMSTADT. Weil der Pharmakonzern bei den Zahlen für das vierte Quartal allerdings unter den Erwartungen der Analysten blieb, war die Merck-Aktie gestern nach Bekanntgabe des Zahlenwerks neben Bayer der einzige Verlierer unter den Dax-Werten. Aber alles in allem betrachtet, präsentiert sich das Unternehmen auf solidem, profitablem Wachstumskurs. Merck-Chef Karl-Ludwig Kley erwartet, dass es 2008 so weitergeht.

Kley, der von der „Fixierung auf Quartale“ sowieso nicht viel hält, konzentrierte sich bei der Bilanzpressekonferenz lieber auf die Zahlen des gesamten Ausnahmejahres 2007, „in dem alles so klappte, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Die Merck-Gruppe hatte ab Januar den schweizerischen Pharmakonzern Serono integriert und im Oktober ihr Generika-Geschäft an das US-Unternehmen Mylan verkauft. Der Veräußerungsgewinn von netto rund 3,5 Mrd. Euro entsprach fast dem Ergebnis nach Steuern für 2007. Dieses war damit mehr als dreimal so hoch wie im Jahr davor. Dank Generika-Verkauf sowie einer Kapitalerhöhung in Höhe von rund 2,1 Mrd. Euro konnte der Konzern fast seine gesamte Verschuldung aus der zehn Mrd. Euro schweren Akquisition von Serono zurückführen.

Durch den Serono-Kauf konnte Merck den Umsatz 2007 um satte 58,2 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro steigern. Auf Basis vergleichbarer Zahlen (Serono 2006 pro forma mit eingerechnet) wuchs Merck um 5,4 Prozent. Diesen Wachstumskurs will Merck auch in diesem Jahr fortsetzen: Der Umsatz soll zwischen fünf und neun Prozent zulegen, die operative Umsatzrendite eine Größenordnung von 23 bis 27 Prozent erreichen nach 24,8 Prozent (pro forma) im Jahr 2007.

Das Geschäftsfeld Pharma hat Merck durch den Serono-Kauf mehr als verdoppelt: Es steht nun für 70 Prozent des Umsatzes. Auf vergleichbarer Basis gerechnet, schneidet dieser Bereich mit einem Wachstum von 7,2 Prozent besser ab als der weltweite Pharmamarkt. Der ist laut Marktforschung von IMS Health 2007 zwischen sechs und sieben Prozent gewachsen. Merck profitiert vor allem von zwei Medikamenten: dem Krebsmittel Erbitux, das 2007 um 40 Prozent auf 470 Mill. Euro Umsatz wuchs, und dem Multiple-Sklerose-Medikaments Rebif aus dem Serono-Portfolio, das organisch um zehn Prozent auf 1,218 Mrd. Euro zulegte.

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