Merck muss wohl mehr bieten
Schering wird durch Medikamenten-Zulassung wertvoller

Die Zulassung der Anti-Baby-Pille Yaz von Schering in den USA kommt für den Pharmakonzern Merck zur Unzeit. Die Nachricht aus Übersee ließ den Aktienkurs von Schering nach oben schnellen, was die Übernahme für Merck teurer machen könnte.

HB FRANKFURT. Die US-Gesundheitsbehörde FDA habe die Zulassung für Yaz als Verhütungsmittel erteilt, teilte Schering am Freitag mit. Die Pille werde im April von der US-Tochter Berlex eingeführt. Yaz ist eine niedrig dosierte Form der Anti-Baby-Pille Yasmin und gilt als Mittel mit hohem Umsatzpotenzial, weil es in der Anwendung einfacher sei und dadurch sicherer verhüten könne. Ursprünglich sollte die Pille bereits 2004 auf den Markt gebracht werden.

Nach der Meldung legte der Kurs der Schering-Aktie um gut 1 Prozent auf knapp über 82 Euro zu. Konkurrent Merck bietet derzeit 77 Euro je Papier. Im für Merck schlimmsten Falle könnte die Schering-Aktie dank Yaz sogar noch teurer werden. Denn es steht noch eine Zulassung für ein zweites Anwendungsgebiet aus. Schering will Yaz zur Behandlung der so genannten prämenstruellen Dysphorie (PMDD) anwenden. PMDD ist eine besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms PMS, bei dem Frauen vor ihrer Menstruation beispielsweise unter depressiven Verstimmungen, Kopfschmerzen oder Völlegefühl leiden. Ende Januar hatte Schering mitgeteilt, die FDA habe keine weiteren klinischen Studien für das Medikament gefordert, der Antrag für Yaz in der genannten Anwendung sei grundsätzlich als zulassungsfähig bewertet worden. Schering rechnet mit einer Entscheidung der FDA Ende März.

Unabhängig von der Yaz-Zulassung bereitet sich Merck nach Analystenmeinung auf ein höheres Gebot vor, um den Widerstand des Schering-Managements zu brechen. „Ein allzu großes Entgegenkommen erwarten wir jedoch nicht, weshalb wir das Kursziel auf 80 Euro setzen“, sagte Alexander Groschke, Pharma-Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Ein so genannter weißer Ritter, der mit einem Gegenangebot den Preis in die Höhe treiben könte, ist derzeit nicht in Sicht.

Was genau ist ein „weißer Ritter"? Lesen Sie es im neuen Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:
» „Weißer Ritter" im Wirtschaftswiki.

Eine wesentliche Erhöhung des Angebots wäre am Finanzmarkt kaum zu vermitteln. Die Analysten von Morgan Stanley bewerteten die Schering-Aktie erst kürzlich mit 61 Euro. Das Pikante daran ist, dass die Investmentbank inzwischen von den Berlinern damit beauftragt wurde, den Übernahmeversuch abzuwehren.

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